Was ist Dein Stil, Aida?

Elena Stenzel

"Was ist Dein Stil?" – diese Frage stellen wir regelmäßig jungen Menschen in Südbaden. Heute: Aida, 19, aus Freiburg, studiert Romanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Aida: Ich würde sagen, sehr leger, sehr lässig. Eigentlich gilt bei mir: Hauptsache bequem! Sehr oft trage ich einfarbige Sachen, viel blau, grau, grün und seit neuestem habe ich Khaki für mich entdeckt. Wenn es bei mir mal schlichter ausfällt, dann trage ich etwas mehr Make-Up und genauso umgekehrt. H&M trifft Mamas Kleiderschrank!- so könnte man meinen Stil beschreiben. Viele Sachen, die meine Mama schon getragen hat, finde ich in ihrem Schrank und denke: Wow, das ist echt super.

Wo holst Du Dir Inspiration für Deine Outfits?

Meistens schaue ich im Vorbeilaufen, was die Leute auf der Straße anziehen. Oft ist es aber so, dass ich die Sachen bei anderen sehr schön finde, wenn ich das dann Zuhause bei mir nachbaue, gefällt mir das oft nicht. Aber inspirieren lasse ich mich davon schon. Jedenfalls sind es keine Magazine, denn da finde ich mich einfach nicht wieder.

Wer ist Dein Vorbild in Sachen Stil? Wessen Stil hättest Du gerne?

Das ist jetzt das totale Klischee, aber wenn ich Fotos von meiner Mama von früher sehe, da denke ich: "So stilsicher möchte ich auch sein!" Oder auch Leute aus meinem Studium, die einen tollen Stil haben. An Unis trifft man echt tolle Stile an!

Wo und wie kaufst Du gerne ein?

Meistens bei H&M, weil ich so viele einfarbige Sachen trage. Sonst kaufe ich in letzter Zeit immer öfter in Second-Hand-Läden. Wenn ich in andere Städte reise, schaue ich immer, dass ich in anderen Läden einkaufe als in Freiburg. Letzte Woche war ich in Amsterdam. Dort habe ich mir einen tollen knallblau-weiß gemusterten Kimono in einem Second- Hand-Shop in Haarlem gekauft und bei &otherstories habe ich mir ein transparentes Rollkragen-Oberteil in Khaki gekauft.

Worauf legst Du Wert beim Einkaufen?

Auf gute Qualität, wobei sich bei H&M ja wirklich darüber streiten lässt. Ich muss mich in der Kleidung wohl und hübsch fühlen. Ich muss mir beim Anprobieren denken: "Dieses Teil könnte ich die ganze Woche tragen, so wohl fühle ich mich". Es muss einfach gut sitzen.

Was bedeutet Mode für Dich?

Über Mode an sich habe ich mir noch nie viele Gedanken gemacht. Es muss bequem sein, ich muss mich hübsch darin fühlen – das ist das Wichtigste. Man sollte das alles auch für sich machen. Sich für sich selbst anziehen, nicht was andere denken.

Kommen wir mal auf Dein Outfit zu sprechen. Erzähl mal was über Deine tolle Tasche!

Die habe ich im arabischen Viertel in Granada, im Albacín, gekauft. Letztes Jahr habe ich Interrail in Spanien gemacht, dort habe ich die Tasche von 26 auf 18 Euro runtergehandelt! Ich habe sie überall dabei, sie ist schön klein, hat ein schönes Muster und ein tolles Leder. Man kann sie einfach zu allem kombinieren.

Und wo kommt Dein Schmuck her?

Die Kette habe ich selbst gebastelt. Der Anhänger zeigt die Hand Fatimas. Die hat eine Bedeutung aus der vorislamischen Zeit. Sie symbolisiert Fruchtbarkeit und schützt vor dem bösen Blick. Ich finde das eine sehr schöne Bedeutung. Nicht zu kitschig, es erinnert nicht zu sehr an ein Amulette. Die Ohrringe habe ich von meiner Mama, ich trage häufig Schmuck und Accessoires von ihr. Den Armreif hat mein Halbbruder im Sommer in Äthiopien eigentlich meinem Bruder geschenkt. In Äthiopien ist es nämlich üblich, dass auch Männer Armreife tragen. Mein Bruder fand das nicht so toll, da habe ich ihn einfach genommen. Ich freue mich darüber, jetzt habe ich etwas Persönliches von meinem Halbbruder bei mir.

Und Dein Hemd?

Das habe ich früher im Kunstunterricht als Malkittel genommen, weil ich es so hässlich fand. Vor kurzem war ich auf einer WG-Motto-Party eingeladen und hatte absolut nichts anzuziehen, da habe ich einfach dieses Hemd angezogen. Es ist so hässlich, dass es schon wieder retro ist. Ich habe mich darin gesehen und dachte: "Siehst ja eigentlich ganz fresh aus". Seitdem habe ich das wirklich gerne an. Wenn ich jetzt daran zurück denke: Ich meine, als Malkittel – wie konnte ich nur?

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