Was hast du heute gelernt? (6)

Lilli Staiger

Dieses Mal erzählt uns Mirjam, 21, von ihrem berufsorientierten Seminar "TV-Produktion": Dort konnte man lernen, was genau eine "NIF" ist und warum eine Nachrichtensendung gar nicht so einfach im Kasten ist.



"Ich fand das Seminar sehr ansprechend, da ich den Bereich Fernsehjournalismus genauer kennenlernen wollte und in Erwägung ziehe, später in der Branche tätig zu sein. Darum war es ganz interessant, einmal hinter die Kulissen zu schauen und zu sehen, wie das alles funktioniert.


Wir haben unter anderem gelernt, wie eine Nachrichtensendung aufgebaut ist und welche Arten von Sendungen es gibt. Da ist zum einen der Kurzreport (KR) zu nennen. Dabei handelt es sich um weniger wichtige Meldungen, die meistens am Ende der Sendung präsentiert werden. Die Fakten und Hintergrundinformationen des KR werden sachlich und knapp in circa 30 Sekunden vorgetragen. Im Anschluss an den Kurzreport kommt meistens das Wetter.

Die Nachricht im Film, NIF genannt, ist auch ein relativ kurzer Report, bei dem jedoch keine bloßen Fakten genannt werden, sondern zusätzlich ein Video gezeigt wird. Definiert ist die NIF als eine „bebilderte Wortmeldung“. Als Thema für eine NIF hatten wir im Seminar das Beispiel „Blumendiebstahl“. Dabei wurde der Vorfall nachgestellt, damit dem Zuschauer die Nachricht interessanter erscheint und es einfach etwas zu sehen gibt.

Unsere praktische Aufgabe für das Seminar besteht darin, in Gruppen eine eigene Nachrichtensendung zu gestalten und selbst zu produzieren.

Wir haben uns wie in einer Redaktionssitzung mit Themenvorschlägen auseinandergesetzt und anschließend unsere Themen recherchiert. Das Thema meiner Gruppe war „Frauen in Männerberufen“. Dazu haben wir uns überlegt, eine Feuerwehrfrau, eine Pilotin und eine Mechanikerin zu interviewen. Jede Gruppe bekommt einen Drehtag, an dem uns ein Kameramann von Uni-TV zur Seite steht. Es liegt jedoch an uns, alles genau zu organisieren. Ein Drehbuch muss geschrieben werden, die Musik muss ausgewählt werden, die Kulisse, die Leute, und so weiter.

So wird einem erst bewusst, wie viel Arbeit hinter einer Nachrichtensendung steckt und wie präzise alles geplant werden muss. Die Anmoderation muss auf die hundertstel Sekunde genau stimmen, damit die Sendezeit von meistens 15 Minuten nicht überschritten wird, was vor allem in einer Live-Sendung sehr schwierig ist.

Insgesamt fand ich das Seminar sehr sinnvoll und interessant. Ich hätte mir jedoch gewünscht, dass wir auf den praktischen Teil besser vorbereitet worden wären, da wir ja so gut wie keine Ahnung hatten, wie man einen Dreh produziert. Schade fand ich auch, dass wir uns nur auf Nachrichtensendungen beschränkt haben, ich hätte mich ebenso sehr für Reportagen interessiert."