Was ging beim... Southside-Festival in Neuhausen Ob Eck?

Tamara Keller

Am Sonntagabend ging das Southside-Festival in Neuhausen Ob Eck zu Ende. Welche musikalischen und stylischen Highlights es gab, weiß fudder-Autorin Tamara Keller.

Hinfahrt

Der Shuttlebus ist gut gefüllt, aber nicht überfüllt. Es ist heiß und ein Fächer ist das beste und begehrteste, was jeder Festivalbesucher in diesem Moment besitzen kann. "Wenn ich ankomme, muss ich erstmal duschen", sagt das Mädel im weißen T-Shirt, die ihren Rucksack neben mir abgestellt hat, zu ihrer Freundin. Eventuell ist ein Festival nicht so der beste Ort für sie.

Der beste Act

Vielleicht liegt es an dem sympathischen österreichischen Dialekt, mit dem Sänger Maurice Ernst davon erzählt, wie er 2009 in seinem kleinen roten Auto zum ersten Mal an das Southside gefahren ist: Als Besucher. Jetzt steht er mit Band auf der Bühne und fordert das Publikum auf,einfach nur den Moment zu genießen. Der Auftritt vom Bilderbuch ist viel zu schnell vorbei: Nächstes Mal bitte als Headliner!

Fazit von Festivaltag 1: @bilderbuchmusik war mega. #headlinerpotential

Ein Beitrag geteilt von Neuigkeiten aus Freiburg (@fudder_de) am 24. Jun 2017 um 0:02 Uhr



Der eine Song

Von Bilderbuch geht es direkt rüber zur Green Stage, um noch den Rest Mando Diao mitzubekommen. "Entschuldigung, seid ihr schon lange da?", sprechen uns Besucher an, die sich neben uns stellen. "Wir sind seit einer Sekunde hier", antworten wir. "Hat Mando Diao schon 'Dance with Somebody' gespielt?" Dass wir die Frage nicht beantworten können, war eigentlich schon vorher offensichtlich. "Festival ist auch, wenn Acts nur auf einen Song reduziert werden", denke ich. Es folgt das nächste Lied: Dance with Somebody.

Die Bildergalerien vom Southside-Festival:

Massenphänomene

Es gibt die negative Seite, wie das sinnlose Drängeln, um noch rechtzeitig vor Konzertbeginn vor den ersten Wellenbrecher zu kommen oder das Gefühl, mit der Menge umzufallen, nur weil ein paar Idioten meinen den fünften "Circle of death" innerhalb von 15 Minuten machen zu müssen. In der Erinnerung bleibt aber das Positive: Wie das Publikum "Maschin'" zuerst alleine singt, weil der Bilderbuch-Sänger sagt, er ist erkältet. Wie nach OK Kid das Publikum beim Verlassen des Zeltes die Melodie von "Verschwende mich" einfach weitersingt und bei Caspers Konzert bei Hinterland den "Oeeehooooo"-Teil einfach komplett übernimmt. Hach, Gänsehaut.

#latergram: Beim Verlassen des Zeltes singt das Publikum einfach @okkid_official weiter #southside17

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Lippenbewegungen

"Singt sie Playback?" fragt mich meine Konzertbegleitung, als Lorde vor uns auf der Bühne steht. Ich zucke mit den Schultern. 'Royals' klingt jedenfalls anders als im Radio. "Hattet ihr auch das Gefühl, dass Lorde Playback gesungen hat?", fragen uns später die Anderen, als wir sie wiedertreffen. Zwei unabhängige subjektive Eindrücke die zu dem gleichen Schluss kommen: Zufall? Was da wohl bedeuten mag? Vielleicht ist Lorde auch einfach nur authentisch und singt genauso wie auf der CD?

Campingplatz-Gespräche

Hier wird das wahre Leben diskutiert. Echter Tiefsinn ist gefragt. Deshalb diskutieren wir darüber, ob die Bluetooth-Strahlung der Musikbox vom Winde verweht werden kann und ob das Wetterphänomen daran schuld ist, dass die Verbindung manchmal spinnt. Der Physik-Student in der Runde klärt uns über Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung auf und welche Teilchen der Wind tatsächlich beeinflussen kann.

Die Überraschung

Wenn das Line-up nichts anderes zu bieten hat, kommt es schon mal vor, dass der Festivalbesucher bei Konzerten landet, auf die er nicht so Lust hat. So geht es mir bei Clueso. Ich mag seine Alben einfach nicht. Er begrüßt uns erstmal mit "Hurricane!" – absolutes Fauxpas. Schlussendlich kenne ich doch jedes Lied und verweile länger als gedacht. Zu "Chicago" kommt Klaas von Gloria auf die Bühne und singt mit. Etwas später steht da auch der Sänger von Milky Chance und Kat Frankie. Eindeutig die positivste Überraschung.

Style-Check

Seit Coachella ist klar: Stylisch sein ist wichtig. Die Einzigartigkeit und Oberflächlichkeit der deutschen Modeszene zeigt sich momentan in einem einzigen Phänomen: "Levi's Shirts". Doch die Festival-Bilanz ist beruhigend: Bei 60.000 Besuchern zählen wir in drei Tagen "nur" 23 Shirts. Es besteht noch Hoffnung für die Individualität. Schönstes gesichtetes Outfit: Eine Eulenleggins.

Festival-Halbzeit-Bilanz: 18 Levi's Shirts #southside17

Ein Beitrag geteilt von Neuigkeiten aus Freiburg (@fudder_de) am 24. Jun 2017 um 11:16 Uhr



Diese 5 Songs müssen jetzt in deine Playlist:

Softdrink – Bilderbuch

I don' t care – Die Antwoord

Mindestens in 1000 Jahren – Frittenbude

Green Light – Lorde

Stadt ohne Meer – OK Kid