Was ging beim Lumpenpack im Café Atlantik?

Jacqueline Grundig

"Don dieses Dorfes" und "Guacamole" - wer "Das Lumpenpack" noch nicht beim Bandnamen kennt, hat bestimmt schon mal einen dieser Songs gehört. Auch nicht? Dann schnell die Review lesen - denn Jonas und Max könnten bald sehr viel bekannter sein:



Track-Check

Es werden Songs gespielt mit Titeln wie "Zwei", "Don dieses Dorfes", "Tiergedichte" oder "Guacamole". Bewaffnet mit Gitarre und Gesang rocken sie den Abend. Es wird aber fast mehr gewitzelt als gespielt. Jonas und Max erzählen auch mal gerne Geschichten von Mathematikern und Astronauten. Sie selbst nennen sich "Spaßliedermacher". Sie wollen nicht nur ihre Songs vorspielen - sondern mit dem Publikum interagieren.



Geil

Am derbsten gerockt haben das Lumpenpack bei dem Song Guacamole, bei dem es darum geht, dass sie so langsam in ein Alter kommen, in dem sie Salat zu Partys mitbringen und ihnen auffällt, dass die Guacamole gar nicht laktosefrei ist. Die Fans im Café Atlantik feierten "Guacamole" jedenfalls am lautesten.



Kassensturz

Das Konzert kostete 12 Euro und an der Abendkasse 15 Euro. Eine Garderobe gab es in dem Sinne nicht. Preise der Drinks waren normal.

Sprit-Check

Am meisten wurde Bier getrunken, hin und wieder sah man aber auch jemanden ein Glas Wein trinken. Gegen Ende des Abends floss dann aber auch Hochprozentiges - besonders Joster und Tequila waren gefragt.

Schwitzfaktor

Wie immer im Atlantik war es sehr heiß. Der Raum war voll bis zum letzten Platz und leider wurden keine Fenster geöffnet. Die Menge ist im Takt der Musik gehüpft und hat ausgelassen getanzt.

Pauschalurteil

"Das Lumpenpack" überzeugen mit ihrer Musik, ihrem Charme und ihren cleveren Texten. Zusammenfassend war die Band frech, laut und amüsant. Sie zogen das Publikum seit der ersten Minute in ihren Bann. Ein wirklich gelungenes Konzert!

Interview mit Lumpenpack: "Weil wir Schluris sind"

 

Wie habt ihr euch kennengelernt?

Wir haben beide Poetry Slam gemacht und damit 2010 angefangen. 2011 haben wir uns dann kennengelernt und dann auch einen Song zusammen geschrieben. Ende 2013 hatten wir unser erstes Album „Steil Geh LP“. Dann folgten mehr Auftritte bis wir dann 2015 unser zweites Album „Steil Zwei“ aufnahmen.

Wie seid ihr auf euren Namen gekommen?

Am Anfang als wir uns kennengelernt haben, haben wir uns gegenseitig Lump genannt, so als Rufname. Es ist ja so, dass viele Nazis das Wort benutzen um Zigeuner zu bezeichnen. Anfangs konnte man nur das bei Google finden, aber mittlerweile findet man bei dem Name „Lumpenpack“ nichts mehr über Nazis, sondern nur Seiten über uns. Der Name ist einfach passend für uns, weil wir Schluris sind.

Was ist euch wichtig, wenn ihr einen Song schreibt?

Uns sind gleichermaßen Texte und Melodie wichtig. Wir achten darauf, dass Text und Melodie zusammen passen. Wir sehen uns vor allem als eine Textband. Aber die Riffs sollten auch catchy sein.

Habt ihr Lampenfieber?

Manchmal haben wir Lampenfieber, vor allem kurz davor. Man hofft, dass es ein schöner Abend wird. Aber auf der Bühne ist dann jegliches Lampenfieber weg.

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