Was ging beim Konzert des Freiburger Duos Halbwegs Dope?

Brigitte Rohm

Zwei bekannte Freiburger Slam-Poeten, die Welthass und Selbstironie mit der Band "Halbwegs Dope" vereinen: Singer/Songwriter- und Rap-Skills treffen aufeinander und klingen nicht nur halbwegs gut. Warum der Abend in der kleinen Wohnheimbar Berliner Allee erst der Anfang ist:



Die Show

Zwei Seelen wohnen – ach! – in ihrer Brust: Thilo Dierkes und Jonathan Löffelbein können nicht nur musizieren, sondern auch slammen. Logisch, dass man das ausnutzen musste und einen bunt gemischten Abend mit Songs und Slam-Texten gestaltete.

Dazu wurde Profi-Slammerin Eva Stepkes aus Stuttgart eingeladen und Marlene aus dem Wohnheim begeisterte mit einem Text über die vergebliche Suche nach der perfekten Glücks-Metapher.

Die Crowd

In einer Wohnheimsbar überwiegend Studenten anzutreffen, ist nicht wirklich überraschend. Der kleine Raum mit Kinosesseln, Teelichtern an der Bar und einer Kreativ-Wand zum Austoben war gut gefüllt. Bei den Texten waren die Reaktionen zum Teil verhalten, die Songs quittierte das Publikum aber mit frenetischem Jubel.

Die Bühnentexte

Anrührende Lyrik („Wir sind doch alle nur aus muttergeficktem Sternenstaub!“), Mini-Dramen über Grundschüler, die gerne Enten werden möchten, Selbstreflexionen in Prosa („Ich bin so beweglich wie ne Kokosnuss mit Rheuma“) und dadaistischer Quatsch über psychotische Pelikane und hinterlistige Hörnchen – alles dabei.

Video: Halbwegs Dope - Represent Song live



Die Musik

Halbwegs Dope-Songs („Holzfällen“, „Genie und Wahnsinn“, „Heiter bis wolkig“)  klingen wie der Soundtrack des Lebens eines Anfang 20-jährigen Studenten, der sich von Essensresten und Paracetamol ernährt und nach ein paar Korn zu viel eine Affäre mit einem Gangster-Rapper beginnt. Jonathans Charme und Thilos Dancemoves passen perfekt zu den fröhlichen Hymnen („Zuhause ist da, wo man sich aufhängt“).

Highlight

Eva Stepkes hat den Abend nicht nur mit ihrer Poesie bereichert. Bei ihrem Spiel „War das Thilo?“ erzählte sie skurrile Anekdoten und ein Zuschauer musste erraten, ob sie Thilo passiert war oder nicht – bei einer richtigen Antwort gewann er einen Schnaps.

3 Fragen an Halbwegs Dope

 

Worum geht es bei Euch?

Jonathan: Um Welthass mit einem Hauch Melancholie.
Thilo: Jonathan ist der Schöne, ich bin der Abgefuckte.

Wie seid Ihr zu Eurem Namen gekommen?

Jonathan: Wir saßen mit Freunden zusammen und haben einen mega durchschnittlichen Bandnamen gesucht, so in die Richtung „Er war stets bemüht“. Wir planen auch die „Schon nicht schlecht“-EP, das „Teilweise Tight“-Album“ und unsere Best-of-CD „War schon viel Schönes dabei“.

Was sind Eure nächsten Schritte?

Jonathan: Wir wollen nicht die Weltherrschaft. Europa reicht. Und Nordkorea. Als nächstes werden wir Aufnahmen machen und haben ein paar weitere Auftritte, zum Beispiel beim Song Slam „Die Goldene Sirene“ am 18. Juli im Räng Teng Teng.

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[Foto: Brigitte Rohm]