Was ging bei … Say Sue Me im Swamp?

Katharina Kiefel

"Sorry that I´m not drunk … yet!" Auch im nüchternen Zustand liefern Say Sue Me am Samstag im Swamp zur vollsten Zufriedenheit des Publikums ab. Es wird getanzt, geknutscht, geschwitzt. Alles, was ein gutes Konzert braucht.

Das Versprechen

Indie-Pop, inspiriert von amerikanischem Surfsound und Shoegaze. Nicht etwa aus England, sondern aus Südkorea.

Die Location

Wer das Swamp kennt, weiß, dass man sich neben der stets geschmackssicheren Auswahl der Acts vor allem auf eines verlassen kann: Der Laden platzt aus allen Nähten, die Temperatur drinnen übertrifft die Außentemperatur um ein Vielfaches und wer Platz- oder Berührungsangst hat, sollte besser daheim bleiben. Kein Schnickschnack, ein schlichtes Konzert-Setup, gute Mucke und kühles Bier, das gibt’s im Swamp.

Die Crowd

Neben dem routinierten Ü-40 Swamp-Stammpublikum einige jung (gebliebene) Kenner und Kennerinnen, Studierende und vereinzelt SC-Fans, die Ablenkung nach der heutigen Niederlage suchen. Viele der älteren Konzertbesucher haben sich die Ohren zugestöpselt, entweder professionell mit bunten Ohropax, oder pragmatisch mit Klopapier. Brav, wird ja schließlich laut, so Schrammel-Rock. Alle scheinen Bock zu haben, es wird viel getanzt, kühles Bier bestellt und in der ersten Reihe ungehemmt geknutscht.

Die Show

Das Südkoreanische Quartett aus Busan kommt ohne viele Worte zur Sache und legt mit den Worten "Freibuuurg! Schrei!" los. Viel geschrien wird nicht, trotzdem kommen Publikum und Band schnell in Fahrt, Sängerin Sumi schenkt dem Publikum hin und wieder ein Lächeln, die drei Jungs bleiben in ihre Musik und energisches Kopfwippen vertieft. Nach ein paar Tracks erzählt Sumi vom Abendessen der Band: "Schnitzel and Beer. It´s soo good!" und stimmt den nächsten Song an.

Die Mucke

Die meisten Tracks handeln von Unentschlossenheit, Einsamkeit und Alkohol. Und zwar viel davon. Den Track "Sorry that I´m drunk" ergänzt Sumi mit "Sorry I´m not drunk…yet" und grinst dabei. Die Liebe der Band zu den 60er Jahren ist unverkennbar und nach einiger Zeit "hört" man sich dann auch in dem Sound etwas fest. "Joa, nach n paar Liedern isch´s dann au same same, oder?" flüstert ein Mädel ihrer Begleitung zu. In den letzten Reihen wird gegen Ende des Konzerts auch hin und wieder getratscht, spätestens bei den Zugaben lichtet sich das Publikum etwas und die ersten suchen draußen nach Abkühlung.

Schwitzfaktor

Hoch, höher, Swamp! Die Hitze staut sich, kühle Getränke sind heiß begehrt. Am heißesten ist es aber sicher in der ersten Reihe, wo nach wie vor der einzig wahre Flirt stattfindet.

Kassensturz

9,80€ im Vorverkauf, Flaschenbier für 2,50€. Voll okay für das, was geboten wird. Dazu ist Monatsanfang, da geht also noch was.

Pauschalurteil

Die beste Idee, an diesem "Mega-Samstag" dem Kommerz-Trubel in der Stadt oder deprimierten SC-Fans zu entgehen. Ein kurzer, intensiver Konzertabend im Swamp mit süßem, melodischem Rock, der nach Frühling schmeckt.