Was ging bei… Nosoyo im Swamp?

Katharina Kiefel

#StrangeAberCool: Ausgelassene Stimmung, singende Boys in der ersten Reihe und ein Kalifornier, der im richtigen Moment beherzt eingreift. Nosoyo liefern gute Laune en masse.

Die Show

Donata Kramarz und Daim de Rijke betreten die Mini-Bühne und sind dabei so schön unaufgeregt wie ihre träumerisch-leichte Musik mit Ohrwurmpotenzial. "Alle unsere Freunde haben uns gesagt, Freiburg wird toll! Wir haben also höchste Erwartungen!", haucht Donata lächelnd ins Mikro. Bereits beim ersten Song "6 or 7 Weeks" ist das Publikum gepackt von der Musik des deutsch-niederländischen Pop-Duos und schmettert ordentlich mit. Die beiden Musiker lassen das Publikum im Frauen- und Männerchor mitsingen, erzählen von ihrem Ritual (Hände hoch, komische Geräusche machen, alles an Stress abschütteln und loslassen) und sind hin und weg: "Wow, ihr seid echt die besten Sänger, die wir seit langem hatten".

Wer dann im nächsten Song errät, welches Special eingebaut wurde, bekommt ein Bier von der Band. Eine Zuschauerin darf sich danach über ein kühles Blondes freuen, da sie den Song "Feeling Good" von Nina Simone versteckt in einem Nosoyo-Song erkannt hat. Sängerin und Gitarristin Donata Kramarz erzählt, dass sie gerne größer werden wollen und macht Vorschläge, um die Werbetrommel zu rühren: "Postet doch irgendwas, sowas wie: war strange, aber cool".

Die Mucke

Die Stimme von Donata Kramarz überzeugt durch eine fast schon beflügelnde Leichtigkeit, nimmt das Publikum mit auf eine unbeschwerte Reise. So entsteht harmonischer Indiepop, gepaart mit Bässen und Melodien, die ins Ohr gehen. Die beiden Musiker, die auch privat ein Paar sind, haben sich beim Musikstudium in Amsterdam kennengelernt und machen seither kraftvolle Musik mit Ausdruck, verführerischen Melodien und Lyrics. Ihre Songs, die sie selbst als Mantras bezeichnen, machen Lust auf mehr.

Während eines Stückes kracht Daim de Rijke das Tamburin aus der Verankerung auf den Boden, er spielt trotzdem weiter, während ein Zuschauer aus der ersten Reihe eingreift und dieses wieder in die Vorrichtung wurschtelt.

Die Crowd

"Wir fühlen uns auf jeden Fall sehr willkommen hier". Das liegt nicht zuletzt am Publikum, das offensichtlich richtig Laune hat, ausgelassen mitsingt und einfach genießt. Besonders die Jungs in der ersten Reihe sorgen für Stimmung: "Nä, ihr seid’s net fertig. Des isch in Freiburg erscht s’ Warm-Up" meint einer von ihnen, als Nosoyo ihren letzten Song ankündigen.

Eindeutiger Gewinner in Sachen Aufmerksamkeit ist an diesem Abend aber der Typ in der ersten Reihe, der kurz vor Konzertbeginn lauthals im Ami-Slang verkündet, dass er aus Kalifornien kommt. Neben seiner spektakulären Tamburin-Rettungsaktion bleibt er treu das ganze Konzert über so nah wie nur möglich an der Bühne stehen.

Zugaben

Nach einer ersten Zugabe werden die Jungs in der ersten Reihe wieder laut, rufen "One more Song" und stecken damit das gesamte Swamp-Publikum an. Aus dem Publikum ruft eine Frau: "Nochmal das erste Lied, das hab ich vorhin zur Hälfte verpasst!" Mit "6 or 7 Weeks" geht das Publikum endgültig ab, schmettert den Refrain mit und holt sich anschließend von Sängerin Donata Kramarz Props für sein gekonntes und beherztes Mitträllern.

Kassensturz

12 Euro für einen leider viel zu kurzen Abend mit einem aufstrebenden Indie-Pop-Duo. Geht klar.

Pauschalurteil

Schöner, verträumter Indiepop, der ins Ohr geht. Nosoyo wirken authentisch, haben Spaß mit dem Freiburger Publikum und freuen sich schon aufs nächste Mal.