ZMF-Abschluss

Was ging bei… Namika und Joris auf dem ZMF?

Julia Stulberg

Beim Abschiedsabend des diesjährigen ZMF schlug das Zirkuszeltherz wie ein Feuerwerk für Joris. Namika präsentierte Songs mit Tiefgang und brachte mit ihren Radiohits das Publikum zum Feiern.

Die Stage

Das Bühnenbild besteht bei beiden Künstlern aus ihnen und der Band. Keine unnötige Dekoration, die vom Wesentlichen – den Künstlern – ablenkt. Während Namika genug Platz auf der Bühne hat, um in ihren Heels von links nach rechts zu tanzen, verändert sich bei Joris die Bühne gefühlt im Minutentakt: Trotz eigener Band greift der Sänger immer wieder zu Instrumenten. Das Klavier wechselt, genauso wie Joris selbst, mehrmals den Standort.

Das Publikum

Es ist kaum wunderlich, dass das Publikum im Zirkuszelt bunt gemischt ist. Die Songs der Künstler treffen den Geschmack der breiten Masse. Familien mit Kindern, Jugendliche, Pärchen und Freundesgruppen jeder Altersklasse – der Abschiedsabend des ZMF ist für alle gedacht.

Die Show

Hunderte Handylichter verwandeln das Zirkuszelt in einen Himmel aus flackernden Sternen. Während Joris sich selbst bei "Glück auf" auf dem Klavier begleitet halten sich Paare in den Armen, als würde er gerade nur für sie singen.

Joris fängt schon mit dem ersten Ton das Publikum ein und führt es mit Witz und Liebe zur Musik durch den Abend. Songs wie "Bis ans Ende der Welt" und "Herz über Kopf" reißen die Menge mit. Selbst einen kleinen Abstecher in die klassische Musik bietet Joris, als er plötzlich "Für Elise" auf dem Klavier anstimmt. Doch sein Augenmerk liegt merklich nicht nur auf der Musik, denn er nimmt sich immer wieder Zeit, um an die Menschen in der Masse zu appellieren. Er spricht über die Ereignisse in Christchurch und Sri Lanka und eröffnet dem Publikum seine Bitte, gemeinsam einen schönen Abend zu haben, ohne den Blick auf verschiedene Hautfarben oder Religionen zu werfen. Wie in seinem Song "Feuerwerk" schlägt das Herz des Zirkuszeltes mehr als eine Stunde wie ein Feuerwerk für Joris und seine Band.

Die zweite Künstlerin des Abends, Namika, sorgt für ein Wechselbad der Gefühle im Zirkuszelt. Sie tanzt während Songs wie "Hellwach" und "Zirkus" mit dem Publikum durch den Abend und ebnet gleichzeitig den Weg für eine Reise in Richtung Tiefgang: Namika erzählt von ihrer Kindheit ohne Vater und der Geschichte hinter "Ahmed (1960-2002)". Fängt die traurige Atmosphäre wieder auf und verwandelt sie in einen Raum voller Liebe und Good Vibes, denn bei "Lieblingsmensch" legen selbst die kleinsten Gäste Textsicherheit an den Tag. Den Ohrwurm des Sommers 2018 und ihren wohl größten Hit "Je ne parle pas français" singt Namika sogar zweimal an diesem Abend und entlässt damit ihre Gäste mit guter Laune in den Abend.

Geil

Die Vorbereitungen für Namikas Auftritt laufen, die Roadies schieben tonnenschwer wirkendes Equipment über die Bühne. Trotzdem herrscht auf einmal reges Gewusel auf der linken Tribüne: Grüppchenweiße rennen Menschen aus dem Zelt, als würde es etwas umsonst geben – und das gab es auch. Anfangs unbemerkt schnappen Joris und seine Bandmitglieder ihre Instrumente und geben ein kleines Freiluftkonzert für die Gäste, die ganz ZMF-typisch, ihren Abend auf den Wiesen rund um das Zirkuszelt verbringen. Unendliche Punkte auf Joris’ Sympathiekonto?

Fazit

Joris hat das Zirkuszelt in ein Zauberzelt auf dem Zaubermusikfestival verwandelt, um sein eigenes Resümee des Abends aufzugreifen. Namika hat es sichtlich schwer nach Joris’ Auftakt das Publikum für sich zu gewinnen und schaffte es nicht ganz, ihn zu toppen. Trotzdem haben beide Künstler mit ihren Konzerten das diesjährige Zelt-Musik-Festival gebührend abgerundet.

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