Was ging bei Honig im Waldsee?

Miriam Helbig

Honig. Was für manche maximal aufs Frühstücksbrot gehört, ist in Bandform eine überaus nette Abendunterhaltung. Im Waldsee zeigte die deutsche Singer-Songwriter-Band, was in ihnen steckt.



Die Stage

Wo normalerweise übergroße Banner mit dem Namen der Band und/oder künstlerischen Motiven hängen, war bei Honig: nichts. Die Bühne war in wohltuendem Schwarz gehalten, sodass man sich ganz auf Musiker und Instrumente konzentrieren konnte. So viel Bescheidenheit sollte es häufiger geben.

Die Crowd

Waren eine Woche vor dem Konzert noch weniger als fünfzig Tickets verkauft, tummelten sich dann doch deutlich mehr Besucher im Waldsee. Der Altersdurchschnitt lag mit geschätzt 25 in einer angenehmen Höhe. Fast niemand sang mit und viele waren wohl das erste Mal bei einem Honig-Konzert. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch – es wurde munter mitgewippt und der Applaus bewegte sich deutlich über der Höflichkeitsgrenze.

Die Band

Die Band überraschte mit äußerst humorvollen Kommentaren, einem hohen Grad an Selbstironie und witzigen Anekdoten. Besonders Lieder über Ex-Freundinnen (zum Zeitpunkt des Schreibens noch ohne „Ex-“) standen hoch im Kurs. Heimlicher Star des Abends war die einzige Dame der Band, die mit Akkordeon, Banjo, Klarinette, Glockenspiel und Gesang ein eindrucksvolles musikalisches Repertoire aus dem Ärmel schüttelte.

An der Tanke

Zu beobachten war ein beeindruckender Verbrauch an Weißweinschorle. Hin und wieder wurde klassisch Bier gesichtet, niemals in Plastikbechern. Die Band begnügte sich mit Whiskey (irgendwoher muss das Raucherstimmchen ja kommen) und Gerstensaft.

Flirtalarm

Pärchen, überall Pärchen! An Flirten war nicht zu denken. Hin und wieder gab es zwei oder drei Mädels, die zusammen zum Konzert gekommen waren; die Single-Männer-Dichte hingegen war nicht der Rede wert. Vorteil: Man konnte sich ganz auf die Band konzentrieren. Nachteil: Bei jedem Schmusi-Lied war Pärchen-Fummel-Alarm.

Pauschalurteil

Honig lieferten ein überaus unterhaltsames und musikalisch sehr ordentliches Konzert ab. Es gab viele Lieder zum Mitwippen, eine Sechs-Saiten-Ukulele auf der Bühne und neunzig Minuten Singer-Songwriter-Folk-Musik ohne Star-Allüren. Der Band hat’s ebenfalls gefallen, sodass Honig Freiburg sicher wieder beehren wird.

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