Was ging bei... Freunde von Niemand in Schmitz Katze?

Moritz Kraus

Das Label aus Stahl – so nennt sich die Rap-Crew Freunde von Niemand aus Frankfurt am Main. Im März 2015 erschien der mittlerweile dritte Labelsampler der Frankfurter und chartete auf Platz 17. Gestern machte ihre "Willkommen im Niemandsland 3-Tour" halt im Schmitz Katze. Wie’s war bei Bizzy, Vega und Co:



Supporting Acts

  Da es im Auditorium der Schmitz Katze drückend warm ist, haben die Besucher noch weniger Lust auf die Vorgruppen als sonst. Den Anfang macht der Rapper xJuri aus dem Dreiländereck. Nach ihm rappt der Offenbacher Meezy drei solide Doubletime-Tracks.

Kassensturz

An der Abendkasse werden für die Eintrittskarte 25 Euro fällig. Dazu ein Bier für 4.50 und bei dem hitzigen Wetter natürlich ein Wasser für nochmal 3.50 – das geht in Ordnung.

Die Crowd

Der eingefleischte Freunde von Niemand-Fan hat ein schwarzes T-Shirt mit dem Logo des Labels darauf an, ist Anfang 20 und trägt wahlweise Boxerschnitt oder Undercut. Ein paar Schweizer sind auch gekommen. Auf dem Merchandise-Tisch macht es sich ein Pärchen Mitte der 40 bequem. Als das Konzert um halb zehn beginnt sind knapp 120 sehr textsichere Fans vor der Bühne und dementsprechend ist der Saal ordentlich gefüllt.



Track Check



Die Set-List des Abends steht offensichtlich unter dem Motto: „Jeder darf mal“. Es wird kreuz und quer durch die Labelhistorie gespielt: Ob „1312“ vom aktuellen Album „Kaos“ des Labelbosses Vega, Kollabo-Tracks der ersten beiden Sampler oder Songs von der aktuellen Scheibe wie „Zwei Stimmen“ von Timeless – alle fünf Rapper sind immer wieder in verschiedener Konstellation auf der Bühne. Ein besonderer Abend ist der Auftritt für Bizzy Montana. Der geborene Müllheimer hat quasi Heimspiel und gibt deshalb seinen Hit „Könige der Nacht“ zum Besten.

Fail

Als ein Fan aus der ersten Reihe die hirnrissige Entscheidung trifft, mit seiner Bierflasche um sich zu spritzen, kommt es fast zum Handgemenge. Die Rapper auf der Bühne nehmen das aber gelassen und erklären dem Übeltäter: „Junger Mann, wenn du dein Bier auf die Lautsprecher und Monitore spritzt, dann geht wahrscheinlich die Musik aus.“ Der nickt nur bedröppelt und verabschiedet sich in Richtung Ausgang.

Geil

Die Freunde von Niemand sind die wohl nahbarsten Rapper der ganzen Hip-Hop-Szene. Es ist Tradition, dass sie nach dem Konzert noch mit den Fans quatschen, trinken und Autogramme geben. Das ist an diesem Abend so. Jeder der fünf Jungs nimmt sich Zeit für Fotos und ein kurzes Gespräch – das gefällt.

Schwitzfaktor

„Hier ist es kuschlig warm“, sagt Vega zu Beginn des Auftritts. Das trifft es ganz gut, denn das Auditorium steht einer Sauna an diesem Abend in nichts nach. Es ist unfassbar heiß und stickig vor der Bühne. Dennoch springt, hüpft und bounct die Crowd fleißig mit. Nasse Shirts und verschwitzte Haare sind die Folge. Zur Belohnung verteilen die Freunde von Niemand Wasserflaschen in der Menge.





Pauschalurteil

Keine Liveband und keine große Bühnenshow – nur fünf MCs und harte Beats, mehr braucht man als Rap-Fan nicht, um 90 Minuten Spaß zu haben. Allein die Hitze trübt die Stimmung ein wenig. Dennoch: ein gelungener Hip-Hop-Abend in der Katze.



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