Was ging bei... der US-Wahl-Debattennacht in der Mensabar?

Andreas Braun

Blau, Weiß, Rot waren die Farben des Abends: Beim letzten TV-Duell zwischen Clinton und Trump wähnte man sich in der Mensabar beinahe in den Staaten. Wer war da, wer hat für Kopfschütteln und Lacher gesorgt?

Der erste Eindruck

Menschen mit der Krone der Freiheitsstatue oder dem Hut Uncle Sams auf dem Kopf laufen einem recht selten über den Weg. In der Mensa Rempartstraße stieß man in der vergangenen Nacht sogar auf beide typisch amerikanischen Accessoires. Der passende Kopfschmuck, gut ausgewählte Musik, sorgfältige Dekoration und US-amerikanisches Essen gaben allerdings nur einen Vorgeschmack auf die Vorträge und die Debatte in der Nacht.

Die Stimmung

Bereits beim Betreten der Mensa schallt einem "American Pie" von Don McLean entgegen. Die Farben des Abends sind blau-weiß-rot. Überall hört man Englisch mit starkem amerikanischem Akzent. Beinahe wähnt man sich in den Staaten. Pünktlich zum amerikanischen Pub-Quiz um halb elf ist die Mensabar dann rappelvoll. Viele sind dem Angebot gefolgt das dritte und letzte Wahl-Duell der Präsidentschaftsbewerber gemeinsam auf der Leinwand zu verfolgen und ganz nebenbei ihr Wissen in amerikanischer Geschichte zu erweitern. Trotz der sechsstündigen Veranstaltung hält die ausgelassene Stimmung bis zum Schluss, auch wenn mit fortschreitender Uhrzeit die Zahl der Zuschauer kontinuierlich abnimmt.

Das Publikum

An diesem Abend hat es fast ausschließlich Studierende, davon viele Internationals, in die Mensabar verschlagen. Somit bilden sich auch internationale Teams, die das Quiz bestreiten. Neben einem direkten Kulturaustausch kommt es dabei auch zu neuen Bekanntschaften.

Die Experten

Für das Hintergrundwissen sorgen der Vortrag von Dr. Christoph Haas, Politikwissenschaftler an der Uni Freiburg, und die Liveschalte mit Dr. Jens Schmitz, USA-Korrespondent der BZ in Washington, D.C., der aus erster Hand über den Wahlkampf in den USA berichtet.

Die Debatte

Nur wenige Minuten vor Beginn des politischen Schlagabtausches sind von draußen laute Donald Trump-Rufe zu hören. Unbeeindruckt davon beginnt das Publikum kurz darauf in der Mensa den Debat-O-Meter mit den Smartphones aufzurufen. Mit dieser eigens erstellten Seite können die Zuschauer die Aussagen der beiden Kandidaten das gesamte Duell über bewerten. Das daraus gewonnene Meinungsbild dient wissenschaftlichen Zwecken.

Dafür, dass das Duell nicht langweilig wurde, sorgte vor allem einer der beiden Kandidaten: Donald Trump. Die Debatte hatte kaum begonnen, schon sorgten sein angriffslustiger Blick direkt in die Kamera und wenige Schlüsselbegriffe wie "drugs, border und wall" für ein erstes Lachen im Publikum. Große Resonanz fand auch das Hochziehen der Nase, das von einigen Zuschauern prompt imitiert wurde.

Hillary Clintons Aussagen waren dagegen wesentlich unaufgeregter und sortierter. Vor allem Donald Trump wurde vom Publikum kritisiert. Trumps politische Aussagen stießen im Saal auf Unverständnis und seine ausweichende Antwort auf die Frage, ob er eine mögliche Wahlniederlage akzeptiere, auf Kopfschütteln.

Der Lacher

Stammt von Donald Trump selbst: Seine Aussage "I don’t know Putin. This is not my best friend." wurde sogar mit Applaus bedacht.

Fazit

Mit Hilfe von kompetenten Referenten konnten das Phänomen und die Hintergründe des amerikanischen Präsidentschaftswahlkampfes sehr gut veranschaulicht und das Publikum bestens informiert in den noch jungen Morgen entlassen werden. Die Debate Night war eine durchweg gelungene Veranstaltung, die in vier Jahren gerne wiederholt werden darf.
Election Night im CinemaxX

Der entscheidende Tag rückt näher: Am 8. November findet die Präsidentschaftswahl statt. Zeitgleich wird in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch im CinemaxX die Election Night veranstaltet. In drei Kinosälen und dem Foyer wird es Live-Musik, Essen, Vorträge und natürlich die aktuellen Hochrechnungen sowie eine Analyse der Wahlergebnisse geben.Tickets gibt es im Carl-Schurz-Haus Freiburg (Mo-Do 14-16 Uhr) sowie in der Mensa Rempartstraße (25.10., 07.11., jeweils 11.30-14 Uhr)