Was ging bei... der No Future Session im Puzzles?

Alexander Link

Breakdance, Graffiti, DJing und Rap – um die vier Elemente des HipHop ging es in der Erstausgabe der "No Future Session" im Puzzles. fudder war bei der sechsstündigen Freestyle-Session dabei.

Der erste Eindruck

Die gute und friedliche Stimmung hält den ganzen Abend über an. Zwischenzeitlich sind über 100 Menschen im Puzzles. Sie sind gekommen, um sich in allen vier HipHop-Elementen auszudrücken, sich untereinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen. Niemand wird ausgelacht, vielmehr zollen sich die Breaker, Writer, DJs, MCs und das Publikum gegenseitig Respekt.

Das Publikum

Die meisten sind zwischen 18 und Mitte 20. Vor dem DJ-Pult bilden sie einen Kreis. Dort ist für die Breakdancer PVC-Boden in Parkettoptik aufgeklebt. Die Leute sind tanzfreudig und gut gelaunt. Es sind auch ein paar ältere Menschen da, die sich begeistert in die Freestyle-Dance-Session stürzen oder am Sketch-Battle, einem Graffiti-Malwettbewerb, teilnehmen. Die Gäste nehmen aktiv an den vier Ausdrucksformen der beliebtesten Jugendkultur teil und gestalten den Abend mit. Hinter dem DJ-Pult sind mehrere Kopfhörer angeschlossen, sodass die DJs sich abwechseln und austauschen können. Ein Junge ist mit seiner Mutter gekommen und beide haben große Freude am Sketch Battle.

Die Musik

Reichte von R’n’B über Oldschool-90er Boom Bap in der ersten Hälfte des Abends, während der die Freestyle-Sessions in den vier HipHop Elementen liefen. Kurz vor 20 Uhr wurden die Lichter gedimmt und die Nachtphase begann mit einer 45-minütigen Rap-Cypher, die von Oldschool-Sound zu Trapbeats wechselte. Die letzten eineinhalb Stunden veranstalteten die DJs Origami Beats, VDJ Scorpion und Sandro Farago ein DJ-Hype und bestimmten den Sound für die auf der Tanzfläche ausgetragene Dance-Cypher.

Die Künstlerinnen und Künstler

Der Freiburger Tänzer und Künstler Natural Orlando veranstaltete zusammen mit dem Freiburger Club Puzzles die Erstausgabe der "No Future Session". Seiner Einladung folgten viele bekannte Hip-Hopper aus Freiburg und Umgebung. Darunter kamen der HipHop-Gitarrist Nonjuror, der Strasbourger Beatboxer und Rapper Beatson, die beiden Freiburger MCs Escape und MC Prisma sowie die Newcomer Rapper Lostboy und John-K. Sie zelebrierten ihre Skills mit einer ausgiebigen Freestyleeinlage am Mikrofon. Escape hatte über einen Kumpel von der Veranstaltung erfahren: "Ich habe mich gefreut, dass um 17 Uhr schon so viele Leute hier waren, die richtig Bock auf HipHop haben!" Graffiti Artists wie Kidpone und Emesa Amze aus Offenburg gaben ihr Wissen während der Sketch-Battles weiter. Sprayerin Emesa Amze gestaltete den Treppenabgang im Puzzles mit einer ihrer bekannten Lady-Motive. Außerdem konnte man sich am Rande der Tanzfläche von Mauro und Isabell vom Tattooshop Stichpunkt tätowieren lassen, was ein paar Menschen in Anspruch nahmen.

Dance-Cypher

Unter den vielen Breakdancern zeigten JimmyJazz und Natalia Wondrak ihr Können und sorgten mit ihren Moves für ausgelassene Stimmung. Zahlreiche Newcomer, darunter auch einiger Schülerinnen und Schüler aus den Kursen von Natural Orlando, bewiesen ihre Körperbeherrschung in akrobatischen Bewegungen zu den Beats, die auch mal zu Samba und Salsa-Rhythmen übergingen. Die finale Dance-Cypher entschied die Tänzerin Big Mama aus Konstanz im Eins gegen Eins für sich. Der bis zur Verkündung geheime Juror zeichnete die beiden Finalisten für ihr authentisches Eröffnen einer Cypher aus. Big Mama kam ins Puzzles um, "den Nachwuchs in Süddeutschland für Hip-Hop zu motivieren, sich zu trauen in der Öffentlichkeit zu tanzen, sich so auszudrücken und um sich zu vernetzen". Sie möchte auch außerhalb des Puzzles und ihren Kursen im Haus der Jugend in der Wiehre auf die jungen Leute zugehen.

Fazit

In Erinnerung bleiben die friedliche Stimmung und die angenehme Atmosphäre. Die Session endete erst gegen halb elf, wo die Tanzfläche immer noch mit einigen glücklich aussehnenden Menschen gefüllt ist. Das offene Konzept bot viele Freiheiten, aus denen heraus die Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit den anderen Gästen ungezwungen sehr kreative Dynamiken entwickelten. Natural Orlando kündigte am Ende bereits eine zweite Auflage der "no future session" an.
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