Was ging bei... den Mighty Oaks im Jazzhaus?

Lena Prisner & Florian Forsbach

Internationaler Folk aus Berlin: Am Mittwochabend haben die Mighty Oaks im ausverkauften Jazzhaus gespielt. Was fudder-Autorin Lena Prisner zu dem Konzert und zu Leadsänger Ian Hoopers Haarpracht loswerden muss:



Die Band:

Die Mighty Oaks sind eine Folkband aus Berlin. Dabei kommen die Musiker aus den verschiedensten Ecken: Leadsänger Ian Hooper ist Amerikaner, Bassist Craig Saunders Engländer und E-Gitarrist/Keyboarder Claudio Conzelli Italiener. Für die Golden Road Tour, ihre erste Tour, haben sie ihre Band durch einen Schlagzeuger und Violinisten aufgestockt.
2010 gegründet, wurde die Band erst letztes Jahr bekannter – durch den Hit "Just One Day". Seitdem sind sie auf zahlreichen Festivals aufgetreten, im Februar erschien ihr Debütalbum "Howl", das sofort die Top Ten der deutschen Albumcharts erreichte.

Die Crowd:

Junge, teilweise äußerst junge Mädels, für die ein Kellerkonzert bereits das Höchste der Gefühle ist, Eltern mit erwachsenen Kindern, ältere Leute ohne Kinder, punkige Mädels, die möglicherweise nur wegen Ians langen Haaren gekommen sind, Hipster mit Vollbart und Mütze. Erstaunlicherweise nicht so viel Frauenüberschuss wie erwartet. Viele von außerhalb: "Also, ich habe es mir hässlicher vorgestellt, es hieß ja, es ist im Keller", outet sich einer von ihnen.

Die Location:

Das Jazzhaus ist der optimale Ort für dieses Konzert. Der Gewölbekeller, der durch die beleuchteten Wände ein heimeliges Gefühl verleiht, unterstützt den folkigen Roadtrip-Klang der Band. Auch das bei ruhigeren Liedern in Blau getauchte Bühnenbild sorgt für stimmungsvolle Atmosphäre. In jeder anderen Location wäre die Musik heute Abend weniger unter die Haut gegangen.

Der coolste Fan:

Ein Hipster mit Cappie, der mittanzt, -singt und -fühlt. Manchmal schließt er die Augen und es entsteht diese Falte zwischen seinen Augenbrauen, die nur entsteht, wenn jemand wahre Leidenschaft für etwas hervorbringt. Es ist rührend.

Bester Spruch:

Ian Hooper erklärt, dass die Mighty Oaks heute auch einige ältere Songs spielen werden. "Sie sind aus einer Zeit, als wir noch Jobs hatten. Aber nicht so viele Frauen."

Aufreger:

Einige Zuhörer meinen, sich bei den ruhigeren Songs lautstark unterhalten zu müssen. Glücklicherweise regt das auch andere auf, und nach mehrfachem "Pscht!" kehrt Ruhe ein. Bei den ruhigeren Songs der Mighty Oaks macht das einen großen Unterschied: Bei absoluter Stille im Raum schaffen sie eine Atmosphäre, in der man sich kaum zu atmen traut – Gänsehaut.

Die Haare:

Ian Hoopers Haare sind lang und dick, ein Traum. Beim letzten Song "Driftwood Seat" zeigt er, wie schön seine Mähne beim Headbangen aussieht. So sind auch die Punk-Mädels auf ihre Kosten gekommen.

Funfact:

Neben der Bühne stehen sechs verschiedene Gitarren. Nach jedem Song findet ein wilder Gitarrentausch statt: Leadsänger und Bassist wechseln laufend zwischen akustischer Gitarre, E-Gitarre, Mandoline und Ukulele. Das zeugt von musikalischer Vielfalt und sorgt für abwechslungsreichen Klang.

Fazit:

Die Mighty Oaks überzeugen durch Rhythmik, vielfältigen Klang, mehrstimmigen Gesang und Ians rauchige Stimme, die der eher ruhigen Folkmusik eine abenteuerliche Note gibt. Man merkt, dass sie die viele Publicity noch nicht so gewöhnt sind, sie wirken etwas schüchtern. Trotzdem geben esie ihr Bestes, ihre Leidenschaft zur Musik zum Ausdruck zu bringen. Die Zuhörer sind begeistert und die Musiker ehrlich erfreut über diese Begeisterung – es bleibt zu hoffen, dass der plötzliche Ruhm ihnen nicht zu Kopf steigt.

Mehr dazu:

 

Foto-Galerie: Florian Forsbach

Tipp: Wartet einen Augenblick, bis die Galerie komplett geladen ist. Ihr könnt euch dann ganz bequem jeweils das nächste Foto anzeigen lassen, indem ihr auf eurer Tastatur die Taste "N" (für "next") drückt.