Was ging bei … Blues Pills im Jazzhaus

Felix Klingel

Diese Schweden vermischen Psychedelic-Rock mit der Stimmgewalt einer Janis Joplin. Warum das Publikum schon zu Beginn völlig verschwitzt war und mit wem der Gitarrist nach der Show abgehauen ist: Die Blues Pills am Mittwochabend im Jazzhaus.

Die Crowd

Ein junger Mensch hätte sich alt gefühlt im Jazzhaus. Ein alter Mensch dagegen jung. Das Publikum schwebt zwischen Gerade-mit-dem Studium-fertig und Baby-Boomer. Zu Beginn des Konzert allgemeines Wackeldackel-Kopfnicken. Gegen später auch einige Rock ’n’ Roll-Schweigefüchse. Vereinzelt: Headbangen.

Track-Check

Blues Pills spielen vornehmlich Songs ihres neuen Albums "Lady in Gold". Das kommt im Vergleich zu ihrem ersten Album etwas melodischer daher. Pop statt Psychdelic – das gilt vor allem für die dominierenden Gesangsparts von Sängerin Elin Larsson. In den besten Momenten erinnert das an Stevie Nicks mit Fleetwood Mac, in den schlechtesten an Helene Fischer – inklusive Mitklatsch-Animation.

Fail

Bei schönstem Juni-Abend-Wetter in den Keller des Jazzhaus hinabsteigen.

Geil

Ein Gitarrist haut nach dem Konzert mit dem fudder-Fotografen ab, um sich Freiburg zeigen zu lassen.

Schwitzfaktor

Die Meisten kamen schon durchgeschwitzt ! Im Jazzhaus verbreitete sich schnell ein Duft aus Ich-komm-direkt-von-der-Arbeit und Mir-hat's-zum-Duschen-nicht-gereicht. Die erste halbe Stunde dann erst Mal wieder etwas Runterkühlen im Jazzhaus-Keller. Langsam erhöhte sich der Schwitzfaktor wieder – wild gepogt wurde aber nicht.

Sekundenschlaf

Es war dann doch zu laut, um einzunicken – langweilig wurde es außerdem nie.

Sprit-Check

Fans von Gitarren-Musik sind Bier-Trinker.

Kassensturz

26 Euro an der Abendkasse, ein paar Mark weniger im Vorverkauf – das ist OK für eine internationale Band im Format von Blues Pills. Schade nur, dass das Konzert dafür nur knapp eineinhalb Stunden ging.

Pauschalurteil

Ein amtliches Konzert von einer Band, die weiß, was sie tut. "Ist das noch Punk-Rock?" haben Die Ärzte mal gefragt – es drängt sich die Frage auf: "Ist das noch Psychdelic-Rock?". Schon, aber es hätte gerne noch etwas experimenteller sein können. Auf lange Gitarrensoli und verschrobene Soundexperimente verzichteten die Schweden – leider. Doch wem der etwas melodische Stil gefällt, wurde von den Blues Pills gut bedient.

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