Interview

Was die Antifaschistische Linke mit ihrer Gegen-Demo am Bertoldsbrunnen plant

Gina Kutkat

Die Antifaschistische Linke hat an diesem Montagabend zu einer Demonstration am Bertoldsbrunnen gerufen. Der Aufruf ist eine Reaktion auf eine Kundgebung der AfD, die am selben Ort zur selben Zeit stattfinden soll. Worum es den Linken geht:

Über eine Facebook-Veranstaltung ruft ihr zu Demo "Zusammenstehen gegen rechte Hetze" auf. Worum geht es euch?

Lisa: Vor allem darum, die Demonstration, die die AfD angekündigt hat, nicht unbeantwortet stehen zu lassen. Wir finden es ganz furchtbar, dass sie die Vergewaltigung und das schreckliche Verbrechen instrumentalisieren und zu ihren Zwecken nutzen wollen.

"Der Bertoldsbrunnen ist der Platz, an dem alle Leute etwas mitbekommen und an dem auch der Verkehr fließt."

Eure Demo startet am Bertoldsbrunnen und damit in der Nähe der AfD-Demo. Ist der Ort absichtlich gewählt?

Lisa: Wir haben uns den Bertoldsbrunnen vor allem deshalb ausgesucht, weil er zentral ist. Es ist der Platz, an dem alle Leute etwas mitbekommen und an dem auch der Verkehr fließt. Es ist der Platz, an dem wir unseren Aufruf auf die Straße bringen wollen, um möglichst alle Menschen zu erreichen.

Was ist seit dem Aufruf zur Gegen-Demonstration bei euch passiert?

Kai: Wir haben versucht, die Info zusammen mit unseren Bündnis-Partnern und dem Bündnis gegen Rassismus so weit wie möglich zu streuen. Für unserer Facebook-Veranstaltung interessieren sich aktuell rund 1500 Leute und etwa 630 haben zugesagt. Wir rechnen auf jeden Fall mit einer Teilnehmerzahl im hohen dreistelligen Bereich.
Zur Person

Lisa und Kai sind von der Antifaschistischen Linke Freiburg. Ihre vollständigen Namen möchten sie nicht im Internet preisgeben.

Was sagt ihr zu den Vorwürfen, ihr würdet die Gegen-Demo für eure eigenen politischen Zwecke nutzen?

Kai: Uns geht es darum, dass andere Menschen eine schreckliche Tat für sich gebrauchen. Wir gehen nicht nur mit dieser einen Begründung auf die Straße. Sondern, weil wir der rechten Hetze und den rassistischen Parolen in dieser Stadt möglichst wenig Raum lassen wollen.

Lisa: Die Positionen gegen sexualisierte Gewalt gibt es bei uns natürlich, wir haben da verschiedene Arbeitsgruppen und beschäftigen uns damit tagtäglich. Die feministische Linke arbeitet ständig dazu, es gibt vom Gemeinderat die Unabhängigen Frauen, die sich dem Thema permanent annehmen. Sexualisierte Gewalt ist leider Alltag. Täglich kommt es dazu und man kann nicht jedes Mal eine Demo machen.

Mehr zum Thema: