Gefahrenabwehr

Was der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr macht

Julia Kolmer

Die Feuerwehr löscht Brände und rettet Katzen von Bäumen – das weiß jedes Kind. Es gibt aber weitere Aufgaben, die von der Feuerwehr übernommen werden, zum Beispiel die Gefahrenabwehr, wenn gefährliche Chemikalien freigesetzt werden.

In Freiburg übernimmt diese Aufgabe der sogenannte ABC-Zug. ABC steht in diesem Fall für atomare, biologische und chemische Kampf- und Gefahrenstoffe. Heutzutage würde man den ABC-Zug CBRN-Zug nennen: chemisch, biologisch, radiologisch und nuklear. Aber zurück zum Thema: Diese Spezialeinheit kommt gemeinsam mit der Berufsfeuerwehr immer dann zum Einsatz, wenn bei Unfällen atomare, biologische oder chemische Stoffe austreten.

fudder hat dieses Jahr die Freiwillige Feuerwehr als Partner. Wir wollen Organisationen aus Freiburg, die Menschen helfen, eine Plattform bieten. Im Zuge dieser Kooperation entstand dieser Artikel.

fudder: Warum fudder die Freiwillige Feuerwehr Freiburg unterstützt

In Freiburg sorgte in der Vergangenheit besonders ein Einsatz für Aufmerksamkeit: Im November 2017 ging bei der Staatsanwaltschaft Freiburg ein Brief mit unbekanntem Pulver ein – was einen Großeinsatz auslöste. Die Einsatzkräfte des ABC-Zuges stellten ein Dekontaminationszelt auf. Auch über die Stadtgrenzen von Freiburg hinaus ist der ABC-Zug der Freiwilligen Feuerwehr Freiburg tätig. Um für den Ernstfall gerüstet zu sein und mit einem eingespielten Team, schnell und koordiniert agieren zu können, fand im September die jährliche ABC-Übung mit der Freiwilligen Feuerwehr Gundelfingen statt. Als Übungsszenario wurde der Austritt einer zunächst unbekannten Chemikalie in den Technikräumen unter dem Lehrschwimmbecken in der Turn- und Festhalle angenommen.

Neben der Erkundung, (um welche Chemikalie es sich handelt) und der Abdichtung der Leckage kam auf die Einsatzkräfte der Feuerwehr Gundelfingen und des ABC-Zugs der Feuerwehr Freiburg die Suche nach vermissten, möglicherweise kontaminierten Personen dazu.

Die Rettung und Dekontamination – also das Reinigen und Ausschleusen aus dem Gefahrenbereich – alle betroffener Zivilpersonen, hat immer oberste Priorität. Natürlich müssen die Feuerwehrleute, die in einem solchen Einsatz in den Gefahrenbereich vorgehen, in besonderer Weise geschützt werden. Daher tragen sie sogenannte Chemikalienschutzanzüge.

Bis zu 20 Minuten im Gefahrenbereich

Die Feuerwehrleute tragen im Inneren des Chemikalienschutzanzuges ihre Atemluftflasche und können so bis zu 20 Minuten im Gefahrenbereich arbeiten, weil sie ihr Anzug gasdicht von der Außenwelt abschirmt. Nach 20 Minuten ist Schluss, weil der Luftvorrat dann langsam zu Neige geht. Dann müssen die Einsatzkräfte zur sogenannten Dekon-Stelle, wo das Äußere der Anzüge soweit gereinigt und von den Chemikalien bereit wird, dass ein gefahrloses Ablegen der Schutzausrüstung möglich ist.
Engagieren bei der Freiwilligen Feuerwehr

Bei der Freiwilligen Feuerwehr kann prinzipiell jeder mitmachen. Es gibt nur eine körperliche Voraussetzung – die Atemschutztauglichkeit beziehungsweise die Feuerwehrtauglichkeit. Bei einer ärztlichen Untersuchung wird dabei geklärt, ob der oder die Interessierte ein Atemschutzgerät tragen kann und ob er körperlich für die Arbeit bei der Feuerwehr geeignet ist.

Die anschließende Ausbildung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau beginnt mit einem Grundlehrgang, der sechs Wochen dauert mit etwa 70 Ausbildungsstunden à 45 Minuten. Danach geht es in die regelmäßigen Übungen der Feuerwehr und auf Einsätze. Außerdem kommen noch weitere Lehrgänge hinzu, zum Beispiel für Sprechfunk oder für Atemschutzgeräte.

Wer Interesse hat, sich zu engagieren, kann sich unter dieser Adresse melden: Feuerwehr Freiburg.

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