Was darf ich im Büro tragen?

Betül Yaman

Julia, 25, aus Gottenheim, schreibt: "Ich arbeite seit Anfang Mai im Büro einer Versicherung in Freiburg. Ich bin mir nicht ganz sicher, wie leger ich mich kleiden soll. Die Kleidungsstile der Leute, die in meiner Abteilung arbeiten, sind sehr unterschiedlich. Auch manche von den Damen kommen manchmal in kürzerem Rock und Oberteilen mit Spaghettiträgern, zumal es ja gerade eher warm ist. Ich weiß aber nicht, ob das bei mir zu kokett wirken würde. Andererseits will ich nicht zu spießig oder zugeknöpft daherkommen. Könntest du mir da einen Tipp geben?"



Liebe Julia,

Der Spruch „Kleider machen Leute“ hat immer noch, ja mehr denn je seine Gültigkeit.


Eine Versicherung muss Vertrauen, Seriosität und Kompetenz vermitteln. Dies erreichst du mit dem ersten Eindruck, den ausschließlich dein Erscheinungsbild prägt. An deinem ersten Tag ist dir sofort der lockere Kleidungsstil aufgefallen.

Dies fällt auch den meisten Kunden auf und sie machen sich ein Bild von dem Unternehmen. Schnell entsteht ein Zusammenhang: wer so einen lockeren Kleidungsstil hat, wird wohl auch eher locker mit meiner Sicherheit umgehen.

Wenn ihr lediglich ein Bearbeitungsbüro seid ohne Kundenbesuche, kannst du, wenn die übrigen Angestellten dies auch tun, eine legere Bekleidung (Freizeitbekleidung) ohne Bedenken tragen. Sobald du aber eine repräsentative Funktion hast und mit Kunden in Kontakt kommst (sei es auch nur selten und meist ohne Vorankündigungen), empfehle ich dir, dass du dich an die vorgegebenen Dresscoderichtlinien hältst.

Du wirkst dadurch nicht spießig, sondern seriös. Wenn du dir firmenintern in naher Zukunft auch noch Aufstiegsmöglichkeiten erhoffst, solltest du von Anfang an auf ein Image als seriöse und kompetente Mitarbeiterin achten.

Hier der allgemein gültige Kleiderkodex für den Business-Dress einer Frau:
  • Kurzarm ist erlaubt, jedoch bleiben die Schultern bedeckt.
  • Ein zu tiefer Ausschnitt ist am Arbeitsplatz deplatziert.
  • Maximal sieben Schmuckstücke, alles weitere wirk schnell überladen.
  • Zu lange Fingernägel hinterlassen den Eindruck, als wolltest/ könntest du nicht „mit anpacken“.
  • Shorts sind eigentlich Freizeitbekleidung; es gibt jedoch einen momentanen Trend der Bermudas auch in der Business-Kleidung, dem du dich gerne anschließen kannst, wenn die übrige Kleidung klassisch gehalten wird.
  • Rocklänge variiert eine Handbreite über und unter dem Knie.
  • Jeans ist für ein Versicherungsunternehmen normalerweise zu leger. Bevorzugt sollten Stoffhosen getragen werden. Diese haben eine korrekte Länge, wenn sie auf dem Schuh aufliegen.
  • „Im Geschäftsleben niemals nackte Haut zeigen“ bedeutet: eine Strumpfhose bzw. Kniestrümpfe sind Pflicht, egal, welche Temperaturen draußen herrschen.
  • Schuhe können bequem gehalten werden, jedoch ist ein Absatz (max. sechs Zentimeter) niemals verkehrt. Ideal sind im Sommer Sling-Pumps. Wichtig ist einfach, dass die Zehen geschlossen sind.
  • Übrigens sind die Schuhe der dunkelste Punkt einer klassischen Business-Kleidung; es gilt, den Blick nach oben ins Gesicht zu ziehen.
  • Maximal drei verschiedene Farben und zwei verschiedene Musterungen sollten an einer Business-Bekleidung auftauchen.
Viel Erfolg bei deinem neuen Job.

Deine Betül