Was Artik mit dem Z vorhat: 5 Antworten von Joe Evers

Fabienne Hurst

Seit das Z zu ist, wird diskutiert ohne Ende. Wer bekommt’s, wann wird es eröffnet, wie viel kostet es, wer bezahlt, und, und, und. Eine Frage hat man da vielleicht schon fast vergessen: Was genau soll eigentlich im zukünftigen Z passieren? 5 Antworten von Joe Evers, Vorstand von des Vereins ArTik, der das Jugendzentrum retten will.



Was genau plant ArTik eigentlich für das Z?


Das Z soll ein Jugendkulturzentrum werden. Also ein Ort für Jugend, Kultur und Jugendkultur. Wir von ArTik verstehen uns als Vermittler zwischen der Jugendkulturszene und den Räumlichkeiten. Die Szene, das können Vereine sein wie der Jugendverein des African Information Movement AiM, Amarodrom der Sinti und Roma oder der Stadtjugendring. Aber auch Jugendparteien. Sie haben alle oft keinen Platz zur Entfaltung. Kultur – das können Theaterstücke sein, Bandprojekte, Kunstausstellungen und Podiumsdiskussionen. Durch normalen Clubbetrieb können wir das Z quasi kommerziell nutzen. Durch Partyreihen zum Beispiel, die dann im Z stattfinden. Wir haben da auch schon Kontakte, aber Genaueres können wir noch nicht sagen. Die Einnahmen fließen dann direkt in die Jugend-Projekte. Wir wollen den Nachwuchskünstlern den Druck nehmen, den Laden voll zu bekommen.



Aber es kann ja auch nicht darum gehen, letztlich vor ein paar Leuten zu spielen. Wie wollt ihr eine gewisse Quantität des Publikums sicher stellen?

Wir stellen jedem Projekt, sofern das gewünscht ist, jemanden an die Seite. Einen Coach, der auch für das Projektmanagement zuständig ist. Wie intensiv das dann werden soll, müssen die Initiativen selbst einschätzen. Ob sie Eintritt verlangen zum Beispiel, oder wie sie Veranstaltungen bewerben wollen.

Wer ist denn eure Zielgruppe?

Im Gegensatz zum Haus der Jugend ist das Z direkt in der Innenstadt, viel zentraler. Wir wollen außerdem Leute ansprechen, die nicht unbedingt ins Haus der Jugend gehen, also auch Azubis und Studenten von 16-30, aber auch Schüler. Momentan plane ich außerdem ein trinationales Jugendkulturfestival mit dem Lycée Jean-Mermoz in Saint Louis und dem Purple Park aus Basel. So wird das Projekt international. Ich bin total begeistert, wie viel Potenzial es gibt, auf allen Seiten des Rheins.

Ein Jugendprojekt steht und fällt mit seinen Machern und an deren Engagement. Wie wollt ihr für Kontinuität sorgen?

Sollten wir den Zuschlag zugesichert bekommen, sind das ja Steuergelder, die da fließen. Deshalb fühlen wir uns mehr als verpflichtet, dass daraus auch wirklich was wird. Deshalb wollen wir zwei fest angestellte Geschäftsführer einstellen, die von der Stadt bezahlt werden und quasi die Hauptverantwortlichen für die Projekte sind. Ich stünde da zur Verfügung, würde aber vorher als Vorstand von ArTik zurücktreten und mich wählen lassen.

Bastelst du also gerade an deinem eigenen Traumjob bei der Stadt?

Ich bin von ganzem Herzen Freiburger und sehe in dieser Stadt einfach megaviel Potenzial. Ich bin mit Herzblut bei der Sache und kann Leute motivieren, kenn mich mit Projektmanagement aus und habe einen guten Draht zu Jugendlichen. Ich könnte auch gut zwischen den einzelnen Parteien vermitteln. Und so ein Job in einem zentralen Laden im Herzen Freiburgs- eine schönere Möglichkeit zu arbeiten gibt es nicht!

Zur Person:

Joe Evers ist selbstständiger Sozialarbeiter, Jugendcoach von der AiM-Jugend, Organisator des African Kiss Festivals und des Roma-Tags 2005 von Amarodrom. Er war Projektmanager am Rotteckgymnasium, ist Vorstand von ArTik e.V. und sitzt im Kinder- und Jugendausschuss der Stadt Freiburg.

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