Warum zuckt man beim einschlafen?

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, warum wir beim Einschlafen oft unweigerlich zucken? Vor allem beim besonders gesunden und deshalb auch beliebten Nach-Mittagsschläfchen am Schreibtisch, neudeutsch auch Power-Napping genannt, kommt es vor, dass man, fast schon eingeschlafen, nochmal beinahe panisch wieder in den Wachzustand zurückzuckt. Das liegt an den verschiedenen Phasen des Wegnickens.

Wer in Morpheus' Reich absinken will, nimmt für gewöhnlich erstmal eine bequeme Haltung ein, in der sich alle Muskeln entspannen können. Denn im Prozess des Einschlafens sinkt das Nervensystem, das über die Muskelkontrolle verfügt, von einem Entspannungszustand in den nächst tieferen. Der Körper reagiert am Ende so gut wie gar nicht mehr auf äußere Reize und es werden keine Befehle mehr an den Bewegungsapparat gesendet.


Doch in diesem Übergangsprozess gibt es Stufen, in denen zwar schon die Augen zufallen, diverse Reizübertragungswege aber noch funktionieren. Besonders beeindruckend ist dies an der Halsmuskulatur zu beobachten. Die hat eigentlich den ganzen Tag damit zu tun, den Kopf oben zu halten und ab und zu zu drehen. Beim in den Schlaf sinken, wenn man beispielsweise vorm Bildschirm sitzt, lässt die Muskulatur irgendwann locker und der Kopf nickt zur Seite. Doch gleichzeitig sind die Warnmechanismen noch aktiv, die alarmartig melden: Achtung, Kopf knickt ab!

Darauf reagiert man dann mit einem spontanen Zucken, das auch mal durch den ganzen Körper gehen kann. Der Schläfer selbst wird davon ganz plötzlich wach, für alle Anwesenden ist dies ein belustigendes Schauspiel. In Japan gehört so ein kleines flaches Schkäfchen übrigens schon seit geraumer Zeit zur Unternehmenskultur: Wenn dort bei einer Konferenz jemand die Augen schließt und kurz wegnickt, wird das ohne Murren hingenommen: Ein Inemuri (Wortkombination aus „anwesend sein” und „schlafen”) darf im Land des Lächelns jeder mal einlegen.

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