Warum Yannick im Tigerkostüm auf der Bertoldstraße schwitzt

Sarah Wenzel

Am Baustellenzaun in der Bertoldstraße steht ein Tiger, genauer: Yannick, der hier vier Stunden pro Tag im Tigerkostüm mit Passanten für Fotos post. Wo ihr den Tiger noch treffen könnt und wie ihn das nach New York bringen soll:



Wer zur Mittagszeit gezwungenermaßen den Umweg über die Bertoldstraße nimmt, um die Kaiser-Joseph- Straße zu überqueren, der steht plötzlich vor einem Tiger. Der Tiger hat einen Zettel in der Hand und versucht, Passanten davon zu überzeugen, sich mit ihm ablichten zu lassen.


Der Mann im Tigerkostüm heißt Yannick Richter, ist 28 Jahre alt und arbeitet im Gasthaus Kybfelsen in Günterstal. In seiner Freizeit spielt er Handball und läuft. Viel und lange - Yannick ist Marathonläufer. Er war bereits beim London Marathon, als nächstes soll es nach New York gehen.

Ein Salbenhersteller aus Singapur spendiert diese Reise zum New York Marathon. Vergeben wird der Kurztrip an die Person, die bis zum 17. August die meisten Bilder von sich, einer weiteren Person und einem Plakat gesammelt und eingeschickt hat.



Flug, Startplatz und Hotelübernachtungen sind Yannick einiges wert: Vier Stunden steht er pro Tag im Tigerkostüm in der Mittagshitze, um genug Bilder zu sammeln. Letztes Jahr hatte er 2500 Bilder zusammen - zu wenige. Dieses Jahr will er 3000 schaffen. Seit zwei Tagen ist er unterwegs - um die 550 Bilder hat er in dieser Zeit zusammengetragen.

An einem Tag schafft er es, 250-300 Leute zu überreden, sich mit ihm fotografieren zu lassen. Die meisten davon sind Fremde: "Ich bin immer wieder überrascht, wie viele Leute ich eigentlich kenne, aber für den Wettbewerb reicht es noch nicht", sagt Yannick.

Und weil so eine komplett gesponserte Reise schon ziemlich geil ist, will Yannick auch etwas für seine Umwelt tun: Sollte er den Platz bekommen, so will er pro geschossenem Foto 10 Cent an die Tafel in Freiburg spenden. Bei den 3000 Bildern, die er anstrebt, kämen so immerhin 300 € zusammen.



Für das Wochenende hat Yannick auch schon einen Plan: Abends macht er, ebenfalls im Tigerkostüm, die Clubs unsicher. Feiernde reagieren entspannter, wenn man sie um ein Foto bittet, als Leute, die gestresst durch die Mittagspause hetzen. Gestern war das Shooter Stars dran, heute Abend soll man ihm im Jazzhaus über den Weg laufen können - QU und Dreieck stehen auch auf der Liste.

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