Warum verkaufen Freiburger Straßenbahnfahrer keine Tickets mehr?

Simone Lutz

Am 15. Februar ist Stichtag: Dann gibt es in den Straßenbahnen der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) Tickets nur noch am Fahrkartenautomaten, nicht mehr beim Fahrer. Warum?



Darüber hat sich Simone Lutz mit Dorothee Koch, der VAG-Bereichsleiterin Vertrieb unterhalten.

Künftig kann man beim Straßenbahnfahrer keinen Fahrschein mehr kaufen – werden das Ihre Kunden nicht als schlechteren Service empfinden?

Koch: Das ist im Gegenteil ein sehr viel besserer Service. Bisher musste jemand, der kein Kleingeld hatte, mit dem Geldschein zum Fahrer. Der musste dann eine Fahrkarte verkaufen und Wechselgeld rausgeben. In Zukunft ist das nicht mehr nötig, der Fahrkartenautomat akzeptiert alle gängigen Zahlungsmittel: Banknoten, Münzgeld, EC-Karte, Geldkarte. Unsere neuen Automaten sind High-Tech-Geräte, ganz einfach zu bedienen, mit einem Touchscreen, auf dem die Fahrscheine abgebildet sind, fast das gesamte Fahrausweissortiment ist jetzt hier erhältlich. Bei den Bussen der VAG bleibt es übrigens anders: Hier können die Fahrgäste ihre Fahrausweise nur bei den Busfahrern kaufen.

Anfangs hatten Sie Probleme mit den neuen Ticketautomaten, das Lesegerät für bargeldloses Zahlen streikte bei einigen. Mussten Sie viele Geräte nachrüsten?

Seit ungefähr November vergangenen Jahres haben wir in jedem unserer 67 Stadtbahnfahrzeuge je zwei neue Automaten. Es hatte eine Weile gedauert, bis wir alle Funktionen getestet hatten und die Kinderkrankheiten ausgemerzt waren. Zu den Kinderkrankheiten gehörten auch Probleme mit den Lesegeräten, aber das war nur vereinzelt der Fall. Nach der Testphase hatten wir uns auch entschlossen, die Geldkartenfunktion beizubehalten. Wir können übrigens schon sehen, dass das Bezahlen am Automaten gut klappt: Im November und Dezember wurden bereits rund 7000 Regiokarten so erworben, das ist auffällig viel. Und die Umsätze haben sich an den neuen Automaten im Vergleich zu den alten mehr als verdoppelt, 16 Prozent davon sind bargeldlos.

Und was machen Ihre Fahrer ab dem 15. Februar mit den übriggebliebenen Fahrscheinen?

Na, der Verkauf beim Fahrpersonal hat mengenmäßig nicht wirklich viel ausgemacht. Wir haben in letzter Zeit vorausschauend eingekauft und bleiben jetzt nicht auf riesigen Haufen von Fahrscheinen sitzen. Außerdem gibt es ja noch viele private Verkaufsstellen, an die werden wir die Fahrscheine liefern. Da geht nichts verloren.

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[Foto: Ruben Sakowsky]