Warum turnt der schwarze Mann herum und knackt Erdnüsse?

Martin Herceg

Ein Sklave, Erdnüsse und Akrobatik: Am vierten Tag der Kunst-Performance in der Bertoldstraße stand das Thema Kolonialisierung und Genozid im Mittelpunkt. Wie Künstler Dries Verhoeven die Freiburger diesmal geschockt hat:



Sonntag, 14.58 Uhr. Wieder drängen sich die Leute um die metallene Box, wieder warten alle gespannt, wer oder was sich heute in der Box befinden wird. Langsam fährt der Rolladen hoch: Ein fast nackter Schwarzer sitzt auf dem Boden. Um sein Fußgelenk ist eine Fessel angelegt - neben ihm eine Schüssel Erdnüsse. Gelangweilt knackt er die Nüsse.


Nach etwa 15 Minuten wird es laut: Aus den Lautsprechern der Box ist das Lied "Zehn kleine Negerlein" zu hören. Der Schwarze fängt zu hüpfen und sich zu verbiegen. Dann kippt er die Erdnüsse aus, steckt seine Beine hinter den Kopf und setzt sich in die Schüssel - der Rolladen geht runter. Nach fünf Minuten beginnt das Spiel von vorne.



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[Foto: Martin Herceg]