Warum sich ein Freiburger Verein für 250 Gorillas in Kamerun einsetzt

Hannah Fedricks Zelaya

Die Zahl aller lebenden Gorillas auf der Welt ist niedrig, die der Cross-River Gorillas besonders erschreckend: Noch 250 leben in einem kleinen Gebiet in Kamerun. Was der Freiburger Verein AWP für sie tut, und was Du tun kannst.

Wenn nicht bald etwas passiert, erklärt Yorick Neiss, der Vorsitzende des AWP, ist das Aussterben der Cross-River Gorillas so gut wie besiegelt. Yorick ist Vorsitzender des Freiburger Vereins "Association for Wildlife Protection"(AWP).


Der Verein setzt sich für den Schutz von Gorillas und anderen bedrohten Wildtieren ein. Regelmäßig besuchen die Mitglieder dafür selbst die Gebiete, in denen die Gorillas leben. Mitte Februar steht wieder eine Reise nach Kamerun an. Dieses Mal will der Verein ein Projekt an Schulen starten.

Im dem Gebiet leben 250 Gorillas und 16 000 Menschen

Das Bildungsprojekt ist langfristig geplant und setzt bei den Kindern und Jugendlichen der Gorillaregion an. Im Schulunterricht soll ihnen die Notwendigkeit vermittelt werden, die Gorillas zu schützen und ihnen mit Respekt zu begegnen. "Das ist nötig, denn im betroffenen Gebiet leben zwar nur 250 Gorilla aber rund 16 000 Menschen", erklärt Yorick. Der Verein hat dafür eigenes Lernmaterial konzipiert.

Da die Gorillas Menschen meiden, wird ihr Bewegungsradius immer kleiner und einzelne Gorillagruppen verlieren den Kontakt zueinander. So wird ihr Genpool immer kleiner, was letztendlich zu ihrem Aussterben führen wird, wenn sich in den nächsten Jahren nichts ändert. Vielen in der Region lebenden Menschen ist das nicht bewusst, so Yorick.

Örtlicher Kakao für Gorilla-Schokolade

Das Projekt des AWP setzt daher auf Aufklärung. Zwei Jahre haben Yorick und seine Mitstreiter in Zusammenarbeit mit dem WWF und der WCS an den Unterrichtsmaterialien gefeilt. Nun erwarten sie mit Spannung, wie der Einsatz über sechs Wochen beim ersten Pilotprojekt an drei Schulen verlaufen wird: "Wir wissen natürlich nicht, wie unser Angebot angenommen wird. Unser Ziel ist es, das Programm dauerhaft über fünf Jahre hinweg fortzuführen", erklärt Yorick.

Um auch für die erwachsene Bevölkerung einen Anreiz zu schaffen, weniger zu jagen und die Tiere zu schützen, startet AWP in diesem Jahr damit, Kakao von einzelnen Dörfern aufzukaufen. So will der Verein die Bevölkerung dabei unterstützen, ihren Lebensunterhalt ohne die Jagd auf Buschtiere sichern zu können. "Den Kakao wollen wir verarbeiten und noch in diesem Jahr eine Gorilla-Schokolade herausbringen", erläutert Yorick das nächsten Vorhaben. Der Erlös fließt wieder in den Schutz der Menschenaffen.



Was Du für unsere tierischen Verwandten tun kannst? "Leute, die mit anpacken können wir immer gebrauchen, und wir sind natürlich dankbar für jede noch so kleine Spende", betont Yorick. Und sobald es die Gorilla-Schokolade gibt: immer schön viel Schokolade essen! Ist ja für einen guten Zweck.

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