Warum sich der SC von seinem Freiburger Ticketing-Partner Reservix trennt

David Seitz

Der SC Freiburg befindet sich in einer Phase der Veränderungen. Nachdem Trainer Robin Dutt seinen Abschied bekannt gegeben hat, wechselt der Sportclub nun auch seinen Ticket-Dienstleister: "Reservix, mit uns die besten Karten" wird man im Badenovastadion am 34. Spieltag vorerst zum letzten Mal hören. Ab Juli übernimmt CTS Eventim den Kartenverkauf. Warum sich der SC Freiburg von seinem langjährigen Freiburger Partner trennen wird:



Einen neuen Trainer von Außerhalb zu verpflichten, das kam für den SC Freiburg nicht in Frage.  Die interne Lösung in der Trainerfrage stand schnell fest, so der Konsens der SC-Chefs bei der Pressekonferenz zu Robin Dutts Wechsel.


Die, wenn man so will, "interne", Freiburger Lösung in Sachen Ticketing gehört nun jedoch der Vergangenheit an, denn mit CTS Eventim wird in Zukunft ein Unternehmen mit Sitz in Bremen die Karten für den SC Freiburg vertreiben. Der Vertrag mit dem Freiburger Ticketingsystem Reservix läuft zum Saisonende aus. Damit schließt sich der SC der Mehrheit der Bundesliga Clubs an und wechselt zum Marktführer. Reservix Geschäftsführer Johannes Tolle ist enttäuscht über diesen Schritt. "Als Freiburger Firma liegt uns der SC natürlich besonders am Herzen. Die Entscheidung kam für uns ziemlich überraschend, denn der Sportclub und viele Fans haben uns immer ein hervorragendes Feedback gegeben," sagt er. Reservix war seit 2003 Ticketpartner des SC Freiburg und wuchs in dieser Zeit zum zweitgrößten Unternehmen auf dem deutschen Ticketmarkt heran. Die Tatsache, dass der SC mittlerweile einer von 1200 Reservix-Kunden ist, relativiere den Verlust des SC Freiburg als Partner jedoch ein Stück weit.

Auch Hanno Franke betont, dass die Zusammenarbeit zwischen dem SC und Reservix immer gut funktioniert habe. Es sei nun aber Zeit, so der Marketing-Chef des SC Freiburg, auf der EDV-Ebene den nächsten Schritt zu machen. Ein neues Programm, dass das Kundenmanagement vereinfachen soll, sei der Schlüsselfaktor für die endgültige Entscheidung des SC gewesen.

Generell gelte beim SC Freiburg laut Franke der Grundsatz „Region first": wenn möglich kooperiere man mit Unternehmen aus der näheren Umgebung. Das System des neuen Vertragspartners habe aber gegenüber dem Reservix-System andere Möglichkeiten im Bereich des Kundenbeziehungsmanagements (CRM) geboten, deswegen habe man sich von dem lokalen Vertragspartner getrennt. "Für uns stellte sich einfach die Frage ob wir nun mit Reservix weiter entwickeln oder ob wir auf eine Lösung zugreifen, die es bereits auf dem Markt gibt und die sich schon bewährt hat," so Franke. Mit der neuen Software könnten einfacher Informationen über die Fans gesammelt werden.

"Wir können nun besser einordnen, welche Fans bevorzugt zu welchen Spielen kommen," so der Marketing-Chef, letztendlich habe man sich für die aus Sicht des SC Freiburgs service- und kundenfreundlichere Variante entschieden. „Für den Fan soll dieser Wechsel aber nicht spürbar sein, der Kauf der Tickets wird höchstens noch etwas erleichtert."

Mit dieser Begründung ist Johannes Tolle nicht einverstanden: „Der SC Freiburg hat uns gar keine Chance gegeben, unsere CRM-Lösung vorzustellen. Wir wurden plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt. Dies ist einem langjährigen verlässlichen Partner gegenüber nicht angemessen.“

Inwiefern auch finanzelle Aspekte dafür gesprochen haben, Reservix durch den Branchenprimus zu ersetzen, dazu wollte sich Franke  nicht äußern: "Es ist für einen kleinen Club wie den SC Freiburg eine sehr vernünftige Lösung."

Mehr dazu: