Kurzfilm der Woche

Warum Serena Williams in diesem Werbespot für Gleichberechtigung kämpft

Jonathan Janz

"Dream Crazier" heißt der neue Werbespot des Sportartikelherstellers Nike. Für den 90-Sekünder leiht die weltberühmte Tennisspielerin Serena Williams ihre Stimme und ist auch selbst zu sehen.

Nach dem Werbespot "Dream Crazy" aus dem vergangenen Jahr, folgte mit dem am 24. Februar 2019 veröffentlichen Spot "Dream Crazier" die Fortsetzung der "Just Do it" Kampagne. Schon damals bezog der Sportartikelhersteller Nike zu einem gesellschaftlichen Trendthema Stellung.


In diesem Spot erzählt die Tennisikone Serena Williams aus dem Off und ist neben anderen weiblichen Sportgrößen, wie der Snowboarderin Chloe Kim und der Fechterin Ibtihaj Muhammad, auch selbst zu sehen.

Die Botschaft des Spots ist eindeutig: Es ist an der Zeit, geschlechterspezifische Vorurteile ad acta zu legen, auch und gerade im Sport.



Der Hintergrund

23 Mal konnte die US-Amerikanerin bereits einen Grand-Slam, die wichtigste Turnierkategorie im Tennis gewinnen, und ist damit neben Steffi Graf und Margaret Court die einzige Tennisspielerin, die zweimal alle vier Grand-Slam-Turniere hintereinander als Siegerin bestritt. Nur ein Titel mehr und Williams hätte den Rekord der Australierin Margaret Court einstellen können. Doch im Endspiel der US Open im September 2018, verlor Williams gegen die aufstrebende Japanerin Naomi Osaka. Nach einer fragwürdigen Schiedsrichterentscheidungen erlag Williams einem emotionalen Ausbruch, bei dem sie ihren Tennisschläger frustriert auf den Boden schmetterte.



Die auf die Final-Niederlage folgenden Schlagzeilen waren für die Sportlerin schmerzhaft. Seit dem Vorwurf überreagiert zu haben, setzt sich Williams verstärkt für Gleichberechtigung im Sport ein. "Ich habe andere Männer gesehen, die andere Dinge zu anderen Schiedsrichtern gesagt haben", erklärte Williams auf einer Pressekonferenz nach dem Spiel. "Ich bin hier, um für Frauenrechte, Gleichberechtigung und all das zu kämpfen. Ich habe ihn als Dieb bezeichnet, weil er mir ein Spiel weggenommen hat, das fühlt sich für mich sexistisch an. Einem Mann hätte er dafür nie ein Spiel weggenommen." Die Grundsatzdebatte wurde wohl in der Marketingabteilung von Nike fortgesetzt. Ein halbes Jahr nach dem Vorfall bei den US Open erschien am 24. Februar, in einer Werbeunterbrechung der Oscars, erstmals der emotional aufgeladene neue Werbespot.