Aschermittwoch

Warum Pater Markus Fischer heute "Ashes to go" anbietet

Simone Höhl

Glaubensfrage: Mögen Sie den Aschermittwoch traditionell oder modern? Die Kirche St. Martin am Rathausplatz bietet beides – mittags einen Gottesdienst und abends "Ashes to go".

BZ: Ashes to go – mit oder ohne Pfand?

Markus Fischer: Ohne Pfand (grinst). Also wir wollen mal was machen, was man sonst nicht macht. Der Hintergrund des Angebots ist, dass es ja "Coffee to go" gibt und in der anglikanischen Kirche den Brauch, sich mit einem kleinen Stand rauszustellen und das Aschenkreuz zu spenden. Ein Mitbruder in Wien hängt schon seit Jahren ein Schild raus: Von 16 bis 18 Uhr gibt es "Ashes to go". Wer will, bekommt einen fünfminütigen Ritus. Für uns ist es ein Ausprobieren mit einer gewissen amüsanten Note.

"Es geht nicht um das Sakrament der Beichte, sondern um ein Zeichen der Begrenztheit."

BZ: Berufstätige können einfach kurz in St. Martin vorbeikommen?

Fischer: Ja. Mittags kommen sicher 250 Menschen in den Gottesdienst, aber viele sagen auch, dass sie werktags dazu nicht die Chance haben. Ich werde jetzt mal von 17.30 bis 18.30 Uhr präsent sein, und für jeden, der kommt, gibt’s einen kurzen Ritus mitsamt Ascheauflegung und einen Einzelsegen dazu.

BZ: Kostet das was?

Fischer: Es ist gratis, aber nicht umsonst.

BZ: Asche auf mein Haupt, aber es klingt schon etwas nach "Buße tun, zack, zack!"

Fischer: Nein, es geht nicht um das Sakrament der Beichte, sondern um ein Zeichen der Begrenztheit. Es ist eine Zeit, in der man nach innen geht, sich ausrichtet auf das, was im Leben wichtig ist.

BZ: Bieten Sie auch Fasten to go?

Fischer: Nein, in dem Sinn nicht. Die christliche Fastenzeit besteht aus drei Elementen: der Verzicht, das Beten und ein diakonischer Moment, in dem man sich um jemanden besonders sorgen soll. Wir werden in dieser Fastenzeit sechs Abende in der Kooperatur des Münsters anbieten mit Impulsen für den geistlichen Weg – weg vom Ich als Ego.
Pater Markus Fischer (32) ist Dominikaner und Priester in der Altstadtkirche St. Martin, die am Fasnetssonntag bei der Hästrägermess’ immer rappelvoll ist. Gottesdienst am Aschermittwoch 12.15 bis 13.30 Uhr, "Ashes to go" 17.30 bis 18.30 Uhr.