Warum kommt es im KG II immer wieder zu Fehlalarmen während Klausuren?

Dorothea Winter

Schon das zweite Mal in diesem Jahr wurde vergangene Woche während einer VWL-Klausur im Audimax ein Feueralarm ausgelöst. Die Klausur muss nun wiederholt werden. Die Studenten sind sauer und fordern von der Universität mehr Unterstützung.

Vergangenen Freitag, 15 Uhr, Audimax der Uni Freiburg. Mitten in der VWL Klausur "Öffentliche Einnahme" bricht im KG II der Feueralarm aus. Fast allen ist der sirenenartige Ton bereits vertraut. Die Studenten packen ihre Rucksäcke und geben die Klausur bereits nach der Hälfte der Zeit ab. Einige ärgern sich lautstark, es fließen sogar Tränen. Denn die Abschlussklausur hat großen Einfluss auf ihr Bachelorstudium.


Die Studenten vermuten Vorsatz

"Viele vermuten, dass der Alarm von einem Freund eines Kommilitonen ausgelöst wurde, der schlecht vorbereitet war", sagt ein VWL-Student im 4. Semester. Er muss nun zum zweiten Mal eine Klausur wegen eines Alarms wiederholen. Auf Nachfrage bestätigt Unisprecher Nicolas Scherger, dass der Brandalarm auf einen technischen Defekt zurückzuführen ist.

Der Brandalarm am Freitag ist auf einen technischen Defekt zurückzuführen

Bereits 2017 wurden allein im Kollegiengebäude II laut Scherger vier Fehlalarme ausgelöst. Diese wurden durch Öffnung eines Brandschutztores, Staubverwirbelungen in Nähe einer Baustelle, eine Mikrowelle und einen eingedrückten Handmelder ausgelöst. Mindestens zwei Klausuren mussten auch hier abgebrochen werden.

Bei dem Brandalarm im Februar 2018 handelte es sich hingegen sicher um eine vorsätzliche Tat. Dieser Vorgang wurde von der Uni zur Anzeige gebracht. Der Täter konnte jedoch nicht ermittelt werden. Die Uni beauftragte den Sicherheitsdienst in den folgenden Tagen im KG II verstärkter Präsenz zu zeigen.

Das vorsätzliche Auslösen eines Brandalarms wie im Februar stellt laut Scherger jedoch die Ausnahme dar: "Die Alarme werden meist durch Baufirmen ausgelöst, die sich nicht an die vereinbarten Regeln halten. Arbeiten führen dann zu Störungen in der Gebäudeleittechnik", sagt Scherger. Generell könne in letzter Zeit eine leichte Zunahme im Zusammenhang mit Baumaßnahmen festgestellt werden.

Die Studenten fühlen sich von der Uni im Stich gelassen

Die vergangene Woche abgebrochene Klausur wird laut Uni Anfang Oktober nachgeholt. "Eine Freundin muss jetzt ihren Bachelorabschluss verschieben. Und ein anderer Kommilitone ist ab Oktober in einem Praktikum. Der weiß gar nicht, wie er das bewerkstelligen soll", sagt eine Studentin, die bereits zum dritten Mal während einer Klausur von einem Feueralarm gestört wurde. "Wir Studenten sind enttäuscht und sauer. Drei Fehlalarme können doch kein Zufall sein". Sie fühlt sich von der Uni im Stich gelassen.

Die Uni versucht mit dem Nachschreibetermin den Studenten möglichst gut entgegenzukommen. "Für Studenten, die beim Wiederholungstermin verhindert sind, beispielsweise durch ein Auslandssemester, wird der zuständige Prüfungsausschuss eine Lösung finden. Nach unserem Stand gibt es bislang aber noch keine Anfragen", sagt Unisprecher Scherger und beruft sich auf den prüfenden Professor Jörg Lindenmeier.

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