Internationale Deutscholympiade

Warum Jugendliche aus aller Welt Deutsch lernen wollen

Anika Maldacker

140 Jugendliche aus aller Welt sind bis Ende des Monats zu Gast in Freiburg – bei der Internationalen Deutscholympiade. Wir haben sechs von ihnen gefragt: Warum lernen Sie Deutsch?

Seit Montag ist Freiburg für zwei Wochen um viele Liebhaber der deutschen Sprache reicher: 140 Jugendliche aus der ganzen Welt sind zum größten Wettbewerb der deutschen Sprache in der Stadt eingetroffen – der Internationalen Deutscholympiade (IDO). Die Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren stammen aus 74 Ländern und sind bis zum 28. Juli in Freiburg zu Gast. Bei dem Wettbewerb vertreten sie jeweils ihre Heimatländer.


Jugendliche aus allen sieben Kontinenten zu Gast in Freiburg

Von Georgien bis Australien, von Indien bis nach Brasilien – alle sieben Kontinente der Welt sind bei der IDO vertreten. Sie alle haben ihre besten deutschsprechenden Jugendlichen gesandt. Um an der IDO in Freiburg teilzunehmen, mussten die Jugendlichen in ihren Heimatländern einen ersten Wettbewerb gewinnen. Die Anforderungen sind hoch. Die Deutschlernenden müssen mindestens das Sprachniveau A.2 beherrschen, was bedeutet, dass der Sprechende sich zumindest in einfachen Situationen verständigen kann. Viele Teilnehmer haben sogar das B.2-Niveau erreicht. Sie können sich fließend und spontan verständigen.

Seit Montag sind die Jugendlichen zu Gast. Während ihres zweiwöchigen Aufenthalts begleitet sie ein vollgepacktes Programm aus Kultur, Freizeit und Begegnung. So zeigen ihnen Studierende die Albert-Ludwigs-Universität und an einem Abend können sie die Dokumentation "Weit" sehen. Im Fokus der Veranstaltung steht vor allem die Begegnung verschiedener Kulturen.

Doch die IDO ist zugleich ein Wettbewerb. Eine internationale Jury bewertet nicht nur die Sprachkenntnisse der Teilnehmer, sondern auch die interkulturelle Kompetenz, die Teamfähigkeit sowie die Kreativität der Jugendlichen. Am Ende der Veranstaltung werden mehrere Sieger in verschiedenen Sprachniveaus gekürt, sowie ein Fairnesspreis vergeben. Die Teilnehmer reisen nicht allein, sie werden von Lehrern aus ihren Ländern begleitet, die sich besonders für die deutsche Sprache engagieren. Zudem erlangen die Teilnehmer einen Einblick in den deutschen Schulalltag.

Mit der Internationalen Deutscholympiade will das Goethe-Institut für die deutsche Sprache im Ausland werben, den internationalen Nachwuchs fördern und die gegenseitige Toleranz stärken. Der Wettbewerb findet alle zwei Jahre in Deutschland statt. 2016 war Berlin der Austragungsort. Die BZ hat einige der Teilnehmer der IDO porträtiert.

Ximena Mendez Rios, 17 Jahre, aus Puebla in Mexiko



Wieso lernen Sie Deutsch?

"Ich denke, wenn man Deutsch spricht und an eine gute Universität will oder Arbeit sucht, kann die Sprache sehr viele Türen öffnen. Ich lerne Deutsch an meiner Schule, der Volkswagen-Schule in Puebla. Die Sprache ist schwer, vor allem die Artikel und Verben, weil sie sehr spezifisch sind. Mein Lieblingswort ist Umarmung. Das ist das erste Wort, das ich gelernt habe. Ich will gerne einmal Medizin oder Biologie in Deutschland studieren."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"Ich bin zum ersten Mal hier und finde, das Land ist besser als in meiner Vorstellung. Die Menschen sind sehr sympathisch, die Luft sehr frisch und alle ist sehr grün. Alle sind hier sehr ökologisch und benutzen oft das Fahrrad. In Mexiko ist es in der Stadt zu gefährlich mit dem Fahrrad zu fahren. An der Internationalen Deutscholympiade mag ich, dass man schnell neue Leute aus neuen Kulturen kennenlernt."

Andres David Peña, 16 Jahre alt, aus Bogotá in Kolumbien


Wieso lernen Sie Deutsch?

"Schon als ich ein Kind war, war ich sehr wissbegierig und hatte Lust, eine neue Sprache zu lernen. Ich besuche in Bogotá eine Schule, wo Deutsch unterrichtet wird. Im Moment habe ich aber nur 45 Minuten Deutschunterricht in der Woche. Also lerne ich noch zwei Stunden am Tag Zuhause. In diesem Jahr mache ich meinen Schulabschluss. Danach will ich gerne in Freiburg oder Jena Chemie studieren."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"Ich bin jetzt zum dritten Mal in Deutschland zu Besuch. Vor zwei Jahren habe ich in Hinterzarten mit dem Goethe-Institut einen Deutschkurs gemacht. 2017 habe ich zwei Wochen ein Probestudium an der Uni Jena absolviert. Die Leute hier sind sehr nett. Am Anfang sind sie noch zurückhaltend."

Tara Kendon, 17 Jahre alt, aus Wellington in Neuseeland



Wieso lernen Sie Deutsch?

"Die Sprache klingt sehr schön. Ich interessiere mich auch für die Geschichte des Landes, die Kriege. Ich denke, wenn man Deutsch kann, hat man später auch mehr Möglichkeiten. Seit vier Jahren lerne ich in meiner Schule Deutsch. In Neuseeland ist es nicht üblich, Deutsch zu lernen. Meine jüngere Schwester lernt die Sprache nun auch. Mein Lieblingswort ist gemütlich. Dafür gibt es keine gute englische Übersetzung."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"Ich mag, dass es hier so grün ist und es viele Bäume gibt. Das habe ich nicht erwartet. Es ist toll, dass hier so viel recycelt wird. "

Enzo Khenniche, 16 Jahre alt, aus Paris in Frankreich



Wieso lernen Sie Deutsch?

"Ich lerne seit sechs Jahren Deutsch. Ich hatte damals an meiner Schule die Wahl, Deutsch oder Spanisch zu lernen. Die deutsche Sprache gefällt mir und ich finde sie klingt sehr gut. Ich möchte auch gerne ein bis zwei Jahre in Deutschland studieren. Am liebsten Politikwissenschaft in Berlin an der Freien Universität. Mein Traum ist französischer Botschafter zu werden, gerne in Deutschland."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"Ich bin nun zum vierten Mal hier. Das Deutschland, das ich aus den Schulbüchern kenne, ist meistens alt. Aber Deutschland ist ein modernes Land und die Leute sind modern."

Hilola Rasulova, 17 Jahre alt, aus Samarkand in Usbekistan


Wieso lernen Sie Deutsch?

"Mir gefällt die Aussprache und der Klang der Sprache sehr gut. Auch die deutsche Kultur mit den Festen und Feiern mag ich sehr gerne. An unserer Schule in Samarkand gab es auch Lesewettbewerbe, das gefällt mir. Ich lerne seit acht Jahren Deutsch. An meiner Schule unterrichten Lehrer aus Deutschland. Ich würde gerne einmal hier Journalistik studieren. Dann würde ich gerne einige Jahre hier arbeiten und dann in Usbekistan als Journalistin versuchen die Beziehungen zu Deutschland zu verbessern."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"An Deutschland gefallen mir vor allem die Bahnhöfe. An den Bahnhöfen ist die Natur meistens auch sehr schön. Ich mag auch die Architektur hier. Ich finde es spannend bei der Internationalen Deutscholympiade, dass man hier so viele verschiedene Nationalitäten trifft. "

Kossivi Gilbert Atchoglo,17 Jahre alt, aus Lomé in Togo



Wieso lernen Sie Deutsch?

"Ich will gerne einmal in Deutschland Medizin studieren. Ich lerne gerade am Goethe-Institut in Ghana Deutsch, weil ich dort mit meiner Familie lebe. Mein Vater arbeitet in der Hauptstadt Accra in einem französischen Restaurant. Mein Bruder lernt auch Deutsch und studiert sogar in Deutschland. Deshalb wollte ich die Sprache auch lernen. Ich mag die Aussprache. Ich finde es ein wenig lustig, wie die Wörter klingen. Mein Lieblingswort ist Schweinehund."

Was gefällt Ihnen an Deutschland?

"Ich bin zum ersten Mal im Land. Es ist sehr schön. Ich liebe die Kultur, die Menschen und die Landschaft. Alles ist sehr ordentlich und sauber. Im Togo denken die Menschen, dass Deutschland ein Traumland ist."