30 Seconds To Mars

Warum Jared Leto in der Wohnung dieser Freiburger Studentin war und ihre Äpfel aß

Gina Kutkat

Er trug ihre Dino-Hausschuhe, trank von der Limo im Kühlschrank und kommentierte ihre Essensvorräte: Jared Leto, Schauspieler und Sänger von 30 Seconds To Mars, besuchte die Wohnung der Freiburger Studentin Leena Diehl. Wie es dazu kam, erzählt sie im Interview.

Leena, Jared Leto war letzte Woche in Deiner Wohnung und hat Deine Sachen inspiziert. Wirst Du jetzt nie wieder putzen?

Doch natürlich, ich hab schon wieder sauber gemacht. Aber ein paar Sachen habe ich ausgespart – zum Beispiel den Tisch, auf den Jared Leto mit Bleistift etwas gezeichnet hat.

Was hat Leto in Deiner Wohnung noch alles angestellt?

Er hat ein Plakat seiner Band signiert, das in meinem Zimmer hängt. Dann hat er meine DVDs und Bücher durchgeguckt, sich in der Küche umgeschaut und auf eine meiner Zeichnungen etwas auf die Rückseite gemalt. In der Küche hat er mit einer kleinen Einhorn-Figur gespielt und es sich dann mit meinen Dino-Puschen auf dem Sofa bequem gemacht. Ich war während der ganzen Zeit nicht zu Hause und wusste von nichts.


Weil Du unter einem Vorwand weggeschickt wurdest. Wie kam es dazu?

Ich habe bei einem Gewinnspiel des Radiosenders bigFm mitgemacht, dort wurde Freiburgs größter 30-Seconds-To-Mars-Fan gesucht. Und ich habe gewonnen. Meine Interpretation war aber, dass ich nur einen Tag mit der Moderatorin verbringe und abends mit ihr auf das Konzert gehe. Mein Mitbewohner war unterdessen von den Organisatoren eingeweiht worden und hat Jared Leto in unsere Wohnung gelassen, als ich unterwegs war. Dort wurde dann ein Video gedreht, das auf dem Konzert in der Sick-Arena gezeigt wurde – ich hatte keinen blassen Schimmer.



Was macht Dich zu Freiburgs größtem 30-Seconds-to-Mars-Fan?

Ich bin seit über zehn Jahren Fan und finde die Musik einfach wahnsinnig toll. Es ist meine absolute Lieblingsband. Die Texte nehmen mich mit, helfen mir durch schwierige und stressige Zeiten und live ist die Band der Wahnsinn. Ich zeichne sehr viel und Jared Leto ist mein Lieblingsmotiv, weil er ein sehr inspirativer Mensch ist. Er macht, was er will – und das bewundere ich.



Was war Dein erster Gedanke, als Du Deine Wohnung in dem Video erkannt hast?

Das war völlig überraschend für mich, ich habe es nicht glauben können. Dementsprechend war ich einfach nur überwältigt, ich habe es auch bis heute noch nicht wirklich realisiert. Das wird noch einige Zeit dauern, irgendwann werde ich meinen Enkeln davon erzählen.

Wünschst Du Dir im Nachhinein, Du hättest besser aufgeräumt?

Es war eigentlich ziemlich gut aufgeräumt, ich bin ein ordentlicher Mensch. Nur beim Kühlschrank habe ich mir hinterher gedacht: "Verdammt, hättest Du da lieber nochmal saubergemacht." Jared Leto hat ihn geöffnet, inspiziert und sich eine Limo genommen, von der er dann auch getrunken hat.

"Es hat mich selber erstaunt, dass ich nicht in Ohnmacht gefallen bin."

Du wurdest dann bei dem Konzert auch noch auf die Bühne geholt.

Genau, es hat mich selber erstaunt, dass ich nicht in Ohnmacht gefallen bin. Jared Leto hat mich auf die Bühne geholt, ich hab ihn umarmt und er hat sich kurz ganz nett mit mir unterhalten.

Was hat er denn so gesagt?

Was ich für eine schöne Wohnung habe und wie gut ihm meine Zeichnungen gefallen. Das ist ein ganz besonderes Lob für mich gewesen, weil er mein Hauptmotiv ist.

Was hast Du als erstes gemacht, als Du abends in Deine Wohnung zurückgekommen bist?

Ich bin erst mal zu allen Stellen hingelaufen, die man im Video sieht und habe nachgeschaut, was er dort verändert hat. Ich wusste ja nicht, was er noch alles angestellt hat – er war insgesamt eine halbe Stunde in meiner Wohnung. In der Nacht konnte ich dann definitiv vor lauter Aufregung nicht schlafen.


Zur Person

Leena Diehl, 23, studiert in Freiburg Physik auf Master. In ihrer Freizeit zeichnet sie gerne – unter anderem Porträts des Sängers und Hollywood-Schauspielers Jared Leto. Sie ist seit über zehn Jahren Fan seiner Band "30 Seconds To Mars".

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