Warum ist im Siegesdenkmal ein Loch?

Daniel Laufer

Der alte Mann auf der Vorderseite des Siegesdenkmals ist weg. Wo ist er hin? Und was soll das? fudder-Redakteur Daniel Laufer versucht, Fragen zu beantworten:



Es ist weg, das Bildnis des alternden Herrn auf der Ostseite des Siegesdenkmals. Ein Kerl, der grimmig guckt und das seit 140 Jahren. General August von Werder, der im Deutsch-Französischen Krieg Straßburg belagerte, bis die Stadt kapitulierte.


Ihm zu Ehren beauftragten die Freiburger einen Bildhauer. In dessen Werk nun ein Loch klafft, kuchentellergroß.

Wo ist er, der General?

Anruf beim Rathaus. "Es handelt sich nicht um Vandalismus und es wurde auch nichts geklaut", sagt Sprecherin Martina Schickle. Bis 2018 will die Stadt den ganzen Bereich großzügig umbauen. Dann soll die neue Straßenbahnlinie kommen, die Rotteck-Linie.

Damit das klappt, muss das Siegesdenkmal umziehen. Der General hat für das ganze Gebilde schon was Neues gefunden. In Zukunft soll er vor der Karlskaserne grimmig gucken.

"Das waren die ersten Arbeiten", sagt Schickle. "Eine vom Garten- und Tiefbauamt beauftragte Firma hat nach der Standsicherheit geschaut." Wäre der General noch da, er würde über so was nur lachen können. Der kennt das, ist ja schon mal '61 umgezogen.

Dann würde er wohl anfangen zu erzählen. "Damals…" Und wir würden schnell in die 2 steigen oder in die 4 und wegfahren. Denn mal ehrlich: 2016 ist das Siegesdenkmal nur noch der Name einer Haltestelle.


General August von Werder - Archiv-Foto aus besseren Zeiten

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[Foto 1: Sarah Bösch, Foto 2: Ingo Schneider]