Warum hat die Uni Freiburg ihren Exzellenz-Status verloren?

Julia Nikschick

Zum Greifen nahe war der Titel - am Freitag musste sich die Uni Freiburg dann aber doch geschlagen geben. Zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie verloren gleich zwei baden-württembergische Universitäten ihren Elite-Status. Warum, weiß noch keiner so recht.



Fünf Jahre, nachdem die Freiburger Uni das Prädikat "Elite" bekommen hat, verliert sie diesen Status nun auch schon wieder. Gerüchte machen die Runde, Proporzdenken sei Schuld, Politik habe über Forschung gesiegt. Aufgrund der Bewerbung der Universität Tübingen sei das Ausscheiden einer anderen baden-württembergischen Universtität logisch gewesen. Bereits letztes Jahr schnappte die Uni Tübingen der Uni Freiburg einen Sieg vor der Nase weg: Das Zentrum für islamische Theologie und die damit verbundene Möglichkeit, Imame auszubilden.


Doch mit Freiburg und dem Karlsruher Institut für Technologie scheidet gleichzeitig auch die Universität Göttingen aus. Was also ist der wahre Grund für das diesjährige Scheitern im Wettkampf um viele Millionen Euro Forschungsgelder? Denn darum geht es bei der Exzellenzinitiative, um Forschung, wie der Freiburger Uni-Pressesprecher Rudolf-Werner Dreier betont. Es werden diejenigen Bildungsstätten gefördert, deren Forschung und Ausbildung besonders gut sind. Den Zuschlag erhalten die Universitäten mit den vielversprechensten Zukunftsplänen.

Gabi Rolland, Landtagsabgeordnete der SPD in Baden-Württemberg, räumt deshalbim Gespräch mit der Badischen Zeitung ein, dass die Uni Freiburg dennoch exzellent bleibe. "Das gute Ansehen der Uni Freiburg wird bleiben. Und das ist untrennbar mit den Beschäftigten an Uni und Uniklinik verbunden." Das Image bleibt erhalten und wird untermauert mit dem Zugewinn des Exzellenzclusters "BrainLinks – BrainTools". Dieser Forschungsverbund wird innerhalb der nächsten fünf Jahre mit rund 40 Millionen Euro gefördert. Voraussichtlich rund 36 Millionen Euro gehen in diesem Zeitraum an den Exzellenzcluster Bioss und rund sechs Millionen Euro an die Spemann-Graduiertenschule für Biologie und Medizin (SGBM).

Keinen Erfolg hatte die Uni jedoch im Bereich Zukunftsplanung. Das Zentrum der Zukunftskonzepte war bisher das Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS). Uni-Sprecher Dreier: "Wie es mit dem FRIAS weitergeht, können wir noch nicht sagen." Eine genaue Prognose für die Zukunft gäbe es erst, wenn der Wissenschaftsrat die Gutachten, die zur Entscheidung geführt haben, ausgibt. "Wir wollen zeitnah die Gründe erfahren, auch um weitere Entscheidungen treffen zu können. Deshalb baten die ausgeschiedenen Universitäten gemeinsam darum, die Gutachten schnell zu erhalten und nicht, wie sonst üblich, in drei bis vier Wochen", so Dreier.

Welche Veränderungen auf das FRIAS und die dort beheimateten Forscher zukommen, entscheidet sich also erst in den kommenden Wochen. Ein Verlust für die Studierenden ist die Pleite wohl aber nicht, wenn es nach dem U-Asta geht. So sagt der Freiburger U-Asta-Vorstand Till Oßwald in der Badischen Zeitung: "Die Exzellenz kommt im Alltag der Studierenden nicht an!"

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[Foto: dpa]