Warum Felix Groteloh Freiburger Kneipiers fotografiert hat

David Weigend

Der Fotograf Felix Groteloh hat eine Fotoserie mit Freiburger Kneipenbetreibern begonnen. Im Interview erklärt er, wie es dazu kam und was für das Gelingen der Bilder entscheidend ist.



Herr Groteloh, wie ist die Fotoserie zustande gekommen?

Felix Groteloh: Thorsten Leucht, Herausgeber des Magazins Subculture, fragte mich, ob ich eine Fotostrecke machen will zum Thema Freiburger Kneipenkultur. Ursprünglich ging es ihm um das Interieur bestimmter Läden. Das hat mich weniger interessiert. Spannender sind ja die Leute, die hinter der Theke stehen. Die sind die Seele einer Kneipe. So entstanden diese Umfeld-Portraits. Erschienen sind sie in der Januarausgabe von Subculture.

Bis jetzt gibt es nur neun Bilder. Sind weitere geplant?

Ja. Ich schieße diese Fotos ja neben meinem Tagesgeschäft, deswegen kommen unregelmäßig neue hinzu. Und da ich mit den Leuten erstmal eine Weile rede und mir ihre Geschichte erzählen lasse, ist die Sache recht zeitaufwändig. Aber auch essentiell. Denn ein Foto gelingt nur, wenn mir der Fotografierte vertraut und mir glaubt, dass ich keinen Blödsinn mache. Das gilt übrigens auch umgekehrt: Wenn ich zu jemandem keinen Draht finde, dann hat es mit dem Fotografieren auch keinen Sinn.

Wen haben Sie zuerst fotografiert?

Frank Geisler vom Waldsee. Ihn kenne ich gut, weil ich dort lange Jahre die Reihe "Jazz ohne Stress" organisiert habe. Geisler war sozusagen auch mein Türöffner für weitere Kneipiers. Bei den meisten Terminen habe ich die Beiz übrigens nicht mehr ganz nüchtern verlassen.

Welche Ausrüstung benutzen Sie?

Bei dieser Serie eine Mittelformat-Kamera, dazu eine Blitzanlage. Auch deshalb habe ich die Bilder geschossen, bevor die Betreiber ihre Bar aufgemacht haben. Die Fotos sind, wie man leicht erkennen kann, stark bearbeitet. Mir ist wichtig, dass man die vielen Einrichtungsdetails der Schankräume erkennen kann.

Worauf legen Sie Wert bei der Inszenierung der Kneipenbetreiber?

Man kennt sie ja normalerweise nur vom Bauchnabel ab aufwärts, weil sie hinter der Theke stehen. Ich habe sie gebeten, vor die Bar zu kommen. Willi Krüger vom Litfass, der früher übrigens Pfarrer war, musste sich dafür ganz schön überwinden. Denn richtig wohl fühlt er sich nur am Zapfhahn.

Welche Locations haben Sie für die Serie noch eingeplant?

Da fehlen noch viele. Atlantik, JC, aber auch sowas wie die Heimliche Kneipe in der Klarastraße und Franky Le Shaker im Bankepeter. Es müssen eben Leute sein, die sich mit ihrem Job richtig identifizieren.



Zur Person

Felix Groteloh (40) brach 2005 sein Musikstudium ab und war 20 Jahre lang Gitarrist und Berufsmusiker, bevor er sich 2012 als Fotograf selbständig machte. Zu seinen Auftraggebern zählen Künstler, Labels, Unternehmen und Agenturen.

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Foto-Galerie: Felix Groteloh

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