Engagement

Warum ein weißer Omnibus auf dem Platz der Alten Synagoge steht

Lea Messerschmidt

Unübersehbar hat ein alter, weißer Berliner Omnibus vor dem Unigebäude auf dem Platz der Alten Synagoge geparkt. Die Mitfahrer möchten auf direkte Demokratie und Artenschutz aufmerksam machen.

Alle, die am Donnerstag und Freitag, den 11. und 12. Juli, den Platz der Alten Synagoge kreuzen, werden ihn kaum übersehen: Einen weißen Omnibus mit einer dünnen grünen Aufschrift "Omnibus für direkte Demokratie in Deutschland". Draußen stehen zwei Frauen unter bunten Regenschirmen an Tischen. Werner Küppers, der Fahrer, der im Bus seit 20 Jahren zwischen April und November lebt und arbeitet, steht draußen und unterhält sich mit einer Fahrradfahrerin über den Artenschutz in Baden Württemberg.


Der Omnibus

Der Bus kommt gerade von seiner letzten Station aus Heidenheim und tourt durch Deutschland, um für Volksabstimmungen in Deutschland zu werben und Unterschriften zu sammeln. Seit 1987 gibt es den Omnibus, der von Brigitte Krenkers ins Leben gerufen wurde. Das Omnibus-Team fordert, dass Entscheidungen alleinig durch das Volk und durch Volksentscheide gefällt werden. In den ersten sieben Jahren fuhr der Bus deutschlandweit 737 Stationen an. Um in Freiburg auf dem Platz der Synagoge zu halten, musste sich die Band, wie Küppers seine Mitfahrerinnen nennt, bei mehreren Instanzen die Erlaubnis abholen. Zwischen 9.30 Uhr und 18 Uhr am heutigen Donnerstag und Freitag wird der Bus geöffnet haben.

Für die Artenvielfalt

In Kooperation mit proBiene sammelt der Omnibus Unterschriften gegen das Aussterben von Bienen und Insekten. Über die Hauptforderungen können sich Besucherinnen und Besucher bei dem Bus aufklären lassen.

Das Projekt stößt von vielen Seiten auf Zustimmung und Unterstützung- jedoch nicht nur. Ein älterer Mann bemängelt, dass die junge Generation sich nicht für Bienenaussterben interessiere und nur mit den Handys beschäftige. Ein "Bandmitglied" erklärt ihm ruhig, dass sie wenigstens was tue.