Fankultur

Warum dieser Europa-Park-Fan sich ein "Piraten in Batavia"-Tattoo stechen ließ

Tamara Keller

1987 bis 2018 steht in geschwungenen Zahlen obendrüber: Steven Franz hat sich ein "Piraten in Batavia"-Tattoo stechen lassen. Warum verewigt man ein abgebranntes Fahrgeschäft in seiner Haut? Wir haben Steven gefragt.

Was ist deine erste Erinnerung an die Bahn "Piraten in Batavia"?

Franz: Ich war das erste Mal im Europa-Park vor 25 Jahren mit meiner Mama. Bei der Piratenbahn habe ich mich am Anfang so ein bisschen gegruselt, weil es so dunkel war. Besonders in Erinnerung von meiner ersten Fahrt ist mir der Wasserfall geblieben, auf den ein Hologramm projiziert wird und der sich teilt, wenn das Boot durchfährt.

Woher und wann kam die Entscheidung, sich ein Tattoo zu der Bahn stechen zu lassen?

Franz: Meine Frau und ich sind große Fans vom Europa-Park. Sie hat auch zwei Tattoos: Eines von der Skyline und eines von der Maus Ed. Wir fahren immer zwei Mal im Jahr dorthin – einmal zur Sommer- und einmal zur Wintersaison. Die Piratenbahn war einfach die Bahn, die wir immer gefahren sind. Sie war Pflicht. Als sie im Sommer 2018 den Flammen zum Opfer gefallen ist, war für mich klar, dass da irgendwie eine Erinnerung stattfinden muss. Ich habe zeitnah nach dem Brand entschieden, dass ich mir ein Piraten-Tattoo stechen lassen will. Ich habe nur länger gebraucht, um das passende Motiv zu finden. Meine Frau hat dann eine Zeichnung in der Facebookgruppe "Rettet die Piraten in Batavia" entdeckt. Das hat mir gefallen und wir haben es umgesetzt.

Was genau ist auf dem Tattoo zu sehen?

Franz: Es ist eine geschwungene Banderole, die sich geschwungen nach unten dreht. In drei Zeilen steht dann "Piraten in Batavia" draufgeschrieben. Die Banderole passt mit ihrem ausgefransten Rand in die Piratenzeit. Die Jahreszahlen habe ich dann individuell hinzugefügt.

Deine Frau hat das Bild dann in die Gruppe gepostet und sehr viele Reaktionen darauf bekommen – wie war das für dich?

Franz: Ich war überrascht, dass es so eine große Resonanz findet, weil es gibt ja immer mal wieder Fotos auf Facebook zu verschiedenen Themen – zum Beispiel hat sich jemand das Logo vom Phantasia-Land auf die Wade tätowieren lassen. Aber die vielen Rückmeldungen und Kommentare haben mich überrascht und gefreut.

Was wünscht du Dir für die neue Bahn?

Franz: Dass sie genauso mitreißend und spannend wird, wie die Alte gewesen ist. Das man den Bezug erkennt zu der alten Piratenbahn, weil das eine Fahrt zum Genießen war. Deshalb gehe ich davon aus, dass die Familie Mack das so umsetzt, dass das wieder genauso eine tolle Fahrt wird, wie vorher.
Zur Person

Steven Franz kommt aus Speyer und wohnt somit ungefähr anderthalb Stunden Fahrt vom Europa-Park entfernt. Der 34-Jährige arbeitet bei der Sparkasse und betreibt nebenher einen privaten kleinen Bauernhof mit Hunden und Pferden. Weil er und seine Frau die Tiere selbst versorgen, ist es schwierig, Urlaub zu machen. Deshalb sind die zwei bis drei Tage, die die beiden im Jahr im Europa-Park verbringen, der Ersatz-Urlaub. "Die Liebe zum Park habe ich durch meine Frau entdeckt", sagt er.

Mehr zum Thema: