Warum die Erzdiözese Freiburg Twitter und Facebook nutzt

Anna-Lena Zehendner

Lady Gaga hat fast 32 Millionen Fans auf Facebook und mehr als 143.000 Follower auf Twitter. Sie ist ein Social Network-Star. Die Erzdiözese Freiburg ist von diesen Zahlen weit entfernt - noch, zumindest: 460 Personen sind Facebook-Fans, 569 folgen dem Bistum auf Twitter. Die Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung der Erzdiözese sind vom Nutzen der beiden Plattformen überzeugt: "Facebook hilft uns beim Zuhören", sagt Lisa Maria Boscheinen, Online-Redakteurin der Erzdiözese.



„Anders als auf unserer Internetseite gibt es bei Facebook die Möglichkeit, dass die Leute zu den Beiträgen ihre Meinungen äußern oder einfach nur den Like-Button drücken" sagt Online-Redakteurin Boscheinen. So entstünden Diskussionen, die man sonst vielleicht nie geführt hätte. Das helfe der Erzdiözese herauszufinden, was bei den Nutzern ankommt.


Seit Februar 2010 nutzt die Erzdiözese das Social Network. Neben Pressemitteilungen und Veranstaltungen aus dem eigenen Haus posten die Mitarbeiter auch YouTube-Videos zu Misereror-Spendenaktionen, Links zu Gebeten für die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton und Kommentare zu aktuellen Nachrichten.

Auch auf Twitter ist die Erzdiözese aktiv - und zwar gleich auf zwei Accounts. „Über@BistumFreiburg werden hauptsächlich eigene Meldungen veröffentlicht“, sagt Robert Eberle, Pressesprecher der Erzdiözese Freiburg. „Und unser Medienmonitor, @MemoEBFR, kurz Memo, zeigt hingegen alles, was in den Medien über uns oder über religiöse Themen berichtet wird.“

Eberle twittert jeden Morgen bevor er zur Arbeit geht auf dem Erzbistum-Account. "Damit spare ich den Strom, den ich sonst zum Haare föhnen gebraucht hätte", scherzt er. Der bekennende Frühaufsteher ist häufig der erste, der auch unter der Woche von zu Hause aus die Bistum-Accounts mit Informationen versorgt. Der frühe Vogel zwitschert mit.



Warum die Erzdiözese die Netzwerke nutzt ist klar: um auch vermehrt von jungen Leuten wahrgenommen zu werden. „Wir sollten als Kirche dort sein, wo die Menschen sind“, sagt Eberle. „Und immer mehr Menschen sind im Netz unterwegs. Hier können wir auch diejenigen erreichen, die nicht jeden Sonntag in die Kirche gehen, sondern die sich in diesen Netzwerken bewegen.“

Dabei würden ihnen die Plattformen sogar Arbeit abnehmen. Schließlich könne man viel schneller agieren und häufig genüge es, lediglich den passenden Link zu einem Thema auf der jeweiligen Plattform einzufügen. „Gerade Twitter ist für uns eine Arbeitserleichterung. Wenn man erst einmal Routine hat, ist es ganz easy“, sagt Pressesprecher Eberle. „Bei vielen Infos können wir viel schneller handeln. So beispielsweise bei der schlimmen Katastrophe in Japan. Hier konnten wir ganz schnell auf die Caritas-Seite verlinken, um die Nutzer mit nützlichen Informationen zu versorgen.“

Verlinken spart Zeit, und ein langer und ausführlicher Text ist in manchen Fällen fürs erste auch nicht nötig. Trotzdem müssen die Portale regelmäßig mit Input versorgt werden - auch am Wochenende. „Wir haben den Ehrgeiz aktuell zu sein“, sagt Online-Redakteurin Boscheinen. „Der Vorteil ist, dass man am Wochenende alles auch von zu Hause aus machen kann. Niemand muss dafür extra ins Büro fahren.“ Und Pressesprecher Eberle ist ja auch am Wochenende früh wach.

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