Innenstadt

Warum der Münsterplatz bis Ende August weiträumig abgesperrt ist

Julia Littmann

Es wird eng für Marktbeschicker, Freiburger und Touristen: Das Gerüst kommt vom Münsterturm runter - deswegen ist der Münsterplatz abgesperrt.

Seit Montagmittag sind die Absperrungen in weitem Rund um den Münsterturm komplett. Nun kann mit der nächsten Etappe des Rückbaus hoch oben am Turmgerüst begonnen werden . Die zwölf Meter Gerüst, die in den kommenden Wochen abmontiert werden, sind nicht die ersten: Vor einem Jahr wurde das Gerüst am Turm so zurückgebaut, dass die ersten Meter Maßwerk wieder sichtbar wurden. Und während oben am Turmhelm alles luftiger wird, wird’s unten auf dem abgesperrten Münsterplatz für einige Zeit knuffig.

Ganz an den Rand verdrängt werden nämlich vorübergehend die Passanten und die Marktleute mit ihren Ständen – denn die dreißig Meter Absperrung lassen nicht viel Platz ringsherum. Als Sicherheitszone aber sind diese 30 Meter unabdingbar, erklärt der technische Leiter der Turmsanierung, Tilman Borsdorf: Fast 140 laufende Meter Eisenträger mit einem Gewicht von gut fünf Tonnen werden innen im Turm und außen am Turm abmontiert. Gerüstbauer und Steinmetze arbeiten mit extremster Sorgfalt an diesem Auftrag. Wenn alles nach Plan läuft und wenn das Wetter mitspielt, soll am 31. August der der durchbrochene Turmhelm wieder zu zwei Dritteln gerüstfrei zu sehen sein.


Die Sperrung des Platzes stellt nicht ununterbrochen diese unvermeidliche Enge für die anderen Nutzer und Besucher her. Jeweils von Freitagmittag an wird in diesen Wochen bis Ende August die Absperrung auf dem Münsterplatz für zwei Tage aufgehoben – so dass der Samstags-Münstermarkt nahezu ungehindert stattfinden kann.

An Tag eins dieser weitesten Absperrung, am Montagmittag, ist jedoch erst einmal nur die Enge wahrzunehmen. Als allererste begegnen sich in der schmalen, provisorischen, zwölf Meter langen Fußgängerpassage im Westen des Platzes eine italienische und eine israelische Reisegruppe. Wer da jetzt anhält, um zu fotografieren, hält gleich zwei eher gemächliche Kolonnen auf. Dazwischen schiebt jemand sein Fahrrad samt Anhänger und eine Dame am Rollator verzweifelt schier auf halber Strecke. Ganz zu schweigen von denen, die tatsächlich nur für einen Sprung auf den Markt unterwegs sind, und fortan besser über die Kajo anrücken.

Nebenportale nutzen und ermäßigt auf den Turm

Verzweifeln aber soll keiner an diesen Eingewöhnungs-Nebenwirkungen der eigentlich ersehnten Gerüstbaustelle. So ist denn auch alles gut vorbereitet, um Besucherinnen und Besuchern des Münsters in den Zeiten der Absperrung den Zugang möglichst leicht zu machen: Indem die Münster-Vorhalle für die sechs Wochen geschlossen werden muss, sind die Seitenzugänge an der Südseite und auf der Nordseite gut sichtbar geöffnet. Und zur Sonntagsmesse ist dann auch der Haupteingang an der Vorhalle geöffnet.

Und da während der Gerüstarbeiten die Besucherplattform am Münsterturm geschlossen bleiben muss, zahlen Besucher nur die ermäßigten Preise für die Turmbesteigung: Erwachsene 1,50 Euro, Schüler/Studenten 1 Euro und Kinder 0,50 Euro. Für sämtliche Einschränkungen und Behinderungen in den kommenden Wochen soll dann das Ergebnis der Gerüstbauarbeiten in anderthalb Monaten entschädigen: der Turm – fast wieder in seiner ganzen Schönheit.