Warum der DönerCopter Stress mit einer Pizza-Drohne bekommen hat

Marius Buhl

Freiburger Luftfahrtfastfoodlieferdienst-Start-up gegen börsennotierten, milliardenschweren US-Pizzalieferdienst: Dönercopter-Mann Benedikt hat Beef mit dem Unternehmen Domino's Pizza, weil deren DomiCopter ihn an seinen DönerCopter erinnert - worüber er sich prompt auf Facebook ausließ. Warum ihm das Posting jetzt Anwaltspost eingebracht hat:

Anfang Dezember erfährt der Freiburger Jungunternehmer und DönerCopter-Macher Benedikt im Fernsehen vom DomiCopter. Wie der DönerCopter soll auch der DomiCopter des US-amerikanischen Milliardenunternehmens Domino's Pizza bald Hungrige per Luftpost bedienen – mittels einer Drohne, die ihnen das Essen bis vor die Haustür liefert.


Verwundert über die Ähnlichkeit der Namen verfasst Benedikt auf der Facebook-Seite von DönerCopter ein flapsiges Posting – und ahnt nicht, was er damit beim Junkfood-Riesen auslösen wird. „Ich hätte nicht gedacht, dass ein Milliardenunternehmen wie Domino's Pizza an meinem Posting Anstoß nimmt. Wie das ganze Unternehmen DönerCopter war es mit einem Augenzwinkern versehen.“

In eben jenem Posting mutmaßt Benedikt, dass Domino's Pizza wohl übersehen habe, dass er den Namen DönerCopter bereits in allen EU-Ländern hat schützen lassen und dass "akute Verwechslungsgefahr zwischen DomiCopter und DönerCopter" bestehe. Am Ende fragt er seine Community, ob er die Sache gerichtlich lösen oder den DomiCopter "einfach abschießen" solle.

Knapp zwei Monate später erhält Benedikt einen Brief von einer Anwaltskanzlei aus Düsseldorf - es sind die Anwälte von Domino’s Pizza. Denn das Unternehmen hat Benedikts Facebook-Posting nicht "mit einem Augenzwinkern" verstanden, sondern ernst genommen. Die Anwälte schicken ein dreiseitiges Schreiben. Eine Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Fastfood-Drohnen bestehe nicht, schreiben sie, das Wort „Domi“ nehme zum Wort „Döner“ ausreichend Abstand ein.

Dann legen sie so richtig los: Die Behauptung, es bestehe Verwechslungsgefahr, sage aus, Domino's Pizza habe rechtswidrig gehandelt, obwohl das noch kein Gericht festgestellt hat. Darin sehen die Anwälte der Pizza-Kette ein rechtswidriges Handeln durch den Freiburger Luftlieferservice und beschuldigen Benedikt einer unlauteren, vergleichenden Werbung und einer Herabsetzung von Domino's Pizza. Damit habe er Tatbestände aus §§4,6 des Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb (UWG) erfüllt.

Am Ende ihres Schreibens raten die Pizza-Anwälte Benedikt schließlich noch freundlich, das Facebook-Posting zu löschen und sein Geld statt in einen markenrechtlichen Konflikt lieber in seinen DönerCopter zu stecken – sonst könnte ein gerichtliches Verfahren folgen, und zwar nicht unbedingt in Deutschland, sondern möglicherweise in den USA oder in Großbritannien.

Benedikt, der nicht nur als Pionier der Yufka-Luftfahrt aktiv ist, sondern auch als Betreiber der Facebook-Seiten und Start-ups „Du weißt du bist Freiburger“, „Visual Statements“ und "Hotels to stay in before you die", war von der Wucht des Anwaltsschreibens überrascht. „Klar rasseln die jetzt mit den Säbeln, aber man merkt deutlich, dass es ihnen ernst ist", sagt er. "Das Ganze ist für mich nun schon auch eine Lehrstunde, in Zukunft noch sensibler zu formulieren.“

Auf einen Streit vor Gericht will sich der Freiburger nun nicht einlassen: „Zwei befreundete Anwälte haben mich zwar dazu ermutigt, gerichtlich herausfinden zu lassen, ob Verwechslungsgefahr besteht. Ich investiere das Geld aber lieber in meine Start-ups und habe auch keine Zeit, so einen Streit entsprechend zu führen.“

Das Facebook-Posting hat er deshalb kurzerhand gelöscht.

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[Bilder: AR Drohne, Döner: © gradt - Fotolia.com; Pizza:  © Africa Studio - Fotolia.com; Cartoon Bang: © tribalium81 - Fotolia.com]