Warum Chinesen in Freiburg ihren Namen ändern

Sebastian Klaus

Knapp 80.000 Chinesen sind in Deutschland registriert. Einer davon ist Jinheng Feng. Er ist 32 Jahre alt und arbeitet seit September 2010 als Trainee im Studentenwerk Freiburg: wenn chinesische Studenten Fragen oder Probleme haben, wenden sie sich an ihn. Uns erklärt er, warum er sich in "Felix" umbenannt hat und warum das die meisten seiner Landsleute in Europa machen.



Jinheng, warum hast du dich in Felix umbenannt?

Mein richtiger Name ist Jinheng Feng. Da das aber für viele Deutsche zu schwer ist, nenne ich mich hier Felix. Ich stelle mich zwar immer zuerst als Jinheng vor, füge aber hinzu, dass man mich auch Felix nennen kann. Das heißt nicht, dass ich meinen richtigen Namen nicht mag. Ganz im Gegenteil. Mein Vater gab ihn mir. Jinheng bedeutet, dass der, der beständig arbeitet, später erfolgreich sein wird.

Hast du dir den Namen Felix selbst ausgesucht?

Nein. Mein Deutschlehrer in China gab ihn mir vor zehn Jahren. Für ihn war es leichter, sich die Namen seiner Schüler zu merken, indem er sie eindeutschte. So hießen wir nur noch Otto, Karl oder Felix. Die meisten Germanistikstudenten in China bekommen von ihren Lehrern einen deutschen Namen und behalten ihn auch, wenn sie nach Deutschland kommen. Generell benutzen Chinesen, die im internationalen Bereich tätig sind, häufig ihre europäischen Namen. Mein Name bedeutet „Der Glückliche“. Das gefällt mir.

Chinesen haben bei uns in Deutschland das Image, fleißig und intelligent zu sein. Kann man das so stehen lassen?

Ich gebe zu, dass die Chinesen in Europa sehr fleißig sind. Die Chinesen, die hier sind, haben oft schon in China ihr Studium beendet, häufig mit sehr guten Ergebnissen. Um ins Ausland zu kommen, müssen sie extrem gut sein, weshalb sie sich in der Universität sehr anstrengen. Das bedeutet aber nicht, dass Chinesen intelligenter sind als Studenten anderer Nationalitäten. Aber vielleicht sind sie leistungsorientierter, das heißt, sie investieren mehr Zeit für ihr Studium als die Deutschen.

Wie feiern junge Chinesen eigentlich?

Für die meisten Europäer gehört zu einer Party immer laute Musik. In China ist das anders. Bei Chinesen ist das Zusammengehörigkeitsgefühl das wichtigste, das heißt, man kocht, isst und spielt zusammen. Wir trinken auch viel. Allerdings normalerweise keinen Alkohol, sondern zum Beispiel einfach nur warmes Wasser oder Tee.

Trinkst du Bier?

Wenig. Das Feierling-Bier schmeckt mir allerdings schon. Es ist sehr viel besser als das Dosenbier, das ich kenne.

Was machst du in deiner Freizeit?

Ich wandere gern. Mit der Studitour vom Studentenwerk bin ich schon nach St. Ottilien gewandert. Das hat Spaß gemacht, da die Gegend hier sehr schön ist. Außerdem war ich bereits bei einer Weinlese dabei.

 

Warst du schon einmal im Dreisamstadion?

Nein. Ich interessiere mich nicht so für Fußball. In China ist Tischtennis die größte Sportart, ähnlich wie der Fußball hier. Ich spiele auch selbst Tischtennis. Timo Boll kenne ich natürlich. Der ist echt gut.

 

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