Warm, aber hässlich? Fünf Winter-Trends im Stil-Check

Lilli Staiger

Die frostig-kalte Jahreszeit hält sich nach kurzer Verschnaufpause weiterhin hartnäckig und verleitet so manchen dazu, Stilsicherheit zu Gunsten kuschelig-warmer Winterbekleidung zu vernachlässigen. Wir haben uns die mollig-warmen Trends auf Freiburgs Straßen angesehen und fünf Style-Teile kritisch begutachtet.

  

Ohrenwärmer


Die einen finden sie witzig oder niedlich, für andere sind sie ein Vergehen am guten Geschmack, zumindest bei Erwachsenen. Die kuscheligen Accessoires sind meistens, wie auch das rechts abgebildete Modell, in bunten Farben und wilden Mustern erhältlich.

Vielleicht wirken sie gerade deshalb so albern. Von Herzchen, über Leo-Print bis hin zu Hello Kitty- und Spongebob-Modellen, es gibt sie alle. Wem die Ohrschützer stehen oder ob sie überhaupt gut aussehen können, bleibt fraglich. Immerhin sind sie ein fröhlicher Farbklecks im tristen Winteralltag.



Fellwesten

In diesem Winter haben die tierischen Kleidungsstücke dank des Boho-Styles ein Revival erlebt. Während sich bei den hauptsächlich aus Kunstfell gefertigten, modischen Westen die ethische Frage erübrigt, bleibt die ästhetische offen.

Das Modell links im Bild ist leger, mit kurzem Fell und Bommeln. Es gibt allerdings auch extravagante Varianten mit langem Fell, die mit Ledertaillengürteln getragen werden. Der Figur schmeicheln die pelzigen Westen nicht gerade, da sie auftragen und einen kastigen Oberkörper machen. Dennoch können sie schön aussehen, wenn man sie offen oder mit einem Gürtel trägt und vor allem gekonnt kombiniert. Jeans oder Ethno-Kleider passen sehr gut zu dem Look.

Dennoch: Geschmackssache!

Maxi-Rundschals


Mehr Schal als Mensch: Kein Zweifel, das ist ein Rundschal.

Das Rundschal-Modell auf dem Bild links stammt aus dem Hause H&M, scheint nicht aufzuhören und lässt die Trägerin in der wallenden Wollflut regelrecht versinken. Der riesige Schal erinnert an einen Schlauch und es scheint, als könne sich die Dame nicht mehr von ihm befreien. Und das? Ist schlichtweg zu viel des Guten.

Das Praktische an dem Rundschal wiederum ist, dass man ihn auch als Kapuze verwenden kann und damit optimal vor kalter Luft geschützt ist. Dennoch unser Urteil: Weniger ist mehr!



Stulpen


Stulpen sind ein modisches Relikt aus den 80er-Jahren, das irgendwie wieder zum Leben erweckt wurde. Stars wie Madonna waren damals die Trendsetter dafür. Man trug die meist selbstgestrickten Stulpen an Armen und Beinen zu neonfarbenen Glanz-Leggings, Body und Schweißband beim Aerobic.

Es hätte nicht geschadet, wenn der Trend dort geblieben wäre, denn Stulpen wirken einfach unschön, vor allem zu schicken Pumps, wie im Bild links. In schwarz sind sie vielleicht noch erträglich, aber Ringelmuster und Neonfarben sind modisch der Abschuss. 

Ugg-Boots


Ein Modetrend, der sich seit Jahren tapfer hält und mittlerweile schon als Kult gilt, sind Ugg-Boots. Die Stiefel sind mollig-warm, weich und herrlich bequem.

Zugegeben, schön sind die Stiefel nicht und schon gar nicht vorteilhaft. Die Füße jeder noch so schlanken Dame wirken darin plump, die Waden dick und die Beine viel kürzer, als sie sind. Doch diesen Preis zahlt man scheinbar gerne, wenn man seine Füße bei frostigen Temperaturen und Schnee darin warm und weich betten kann.

Das Original der Marke Ugg besteht aus Wildleder und ist mit Lammfell gefüttert. Es wurde von australischen Surfern erfunden, um nach dem Wellenritt ihre kalten Füße zu wärmen. Die Flut billiger Imitationen scheint hierzulande allerdings nicht zu enden, denn nicht jeder blättert um die 200 Euro für das Original hin. Man sieht sie in den unterschiedlichsten Farben und Variationen. Einige Hersteller haben den Schuh qualitativ hochwertig nachgeahmt, sind aber nicht ganz so teuer wie Uggs.

Auf Qualität sollte man bei diesen Boots achten, denn auf Dauer sind sie ungesund, weil den Füßen darin Halt fehlt. Daher ausgelatschte Exemplare aussortieren!

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