Wahre Cowboys

Lorenz Bockisch

Schon gewusst, dass es nur für ganz kurze Zeit wirkliche Cowboys in den USA gab? Die Vorstellung, die wir aus Hollywood-Filmen über diese einzig wahren Männer haben, sind meist qualititativ, auf jeden Fall aber quntitativ weit überzogen. Außerdem wurden die meisten von ihnen nicht etwa erschosen, sondern mussten sich einen neuen Arbeitsplatz suchen.

Die wahre Zeit der Kuhjungen im Wilden Westen begann nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg 1865. Damals gab es in Texas, Kansas und Nebraska viele ausgebrochene und verwilderte Rinder. Und nach dem Krieg auch viele junge Männer auf Pferden, die willens waren, diese Herden wieder zusammen zu treiben.


Weil die Nordstaaten den Krieg gewonnen hatten, gab es unter den wenigen 10.000 Cowboys auch etwa ein Drittel Afroamerikaner, die zwar Rechte, aber keinen Besitz hatten und heute in keinem Western zu sehen sind.

Die Zeit dieses Berufsstandes ging sehr rasch vorbei: Schon 1873 entwickelte der Farmer Henry Rose aus Illinois eine neue Sorte Zaun, die die Cowboys überflüssig machte: Nach der Erfindung des Stacheldrahtes blieb das Vieh freiwillig in den umzäunten Gebieten. Spätestens in den 1890ern mussten sich die letzten wild durch den Westen streunenden Männer eine festere Arbeitsstelle suchen, zur Not auch als Rodeo-Reiter.