Waffengesetz: Darf ich mit dem Brotmesser zum Grillen?

David Weigend

Seit Dienstag gibt es im deutschen Waffengesetz eine Novelle. Sie besagt unter anderem, dass man Einhandmesser und Messer mit einer feststehenden Klinge ab 12 Zentimeter Klingenlänge nicht mehr außerhalb seiner Wohnung führen darf. Werden jetzt unsere Brotmesser bei der nächsten Grillfeier an der Dreisam konfisziert? Wir haben nachgefragt.



Roland Braunwarth ist Sachverständiger für Waffen in der Landespolizeidirektion Freiburg und sagt: "Ein Brotmesser, selbst mit 20 Zentimeter Klingenlänge, zählt nicht zu den "Hieb- und Stoßwaffen", die (neben dem oben genannten Einhandmesser und Messern mit feststehender Klinge ab 12 cm) Gegenstand des neuen Führungsverbots sind. Außerdem macht der neue §42a im Waffengesetz von diesem Führungsverbot Ausnahmen. Und zwar, wenn die Messer

  • für die Verwendung von Foto-, Film- und Fernsehaufnahmen oder Theateraufführungen,
  • in einem verschlossenem Behältnis (ein geschlossenes Behältnis, also etwa eine Tasche ohne Schloss, reicht nicht aus) oder
  • bei berechtigtem Interesse
geführt werden. Ein berechtigtes Interesse liegt besonders dann vor, wenn das Führen
  • im Zusammenhang mit der Berufsausübung erfolgt,
  • der Brauchtumspflege,
  • zum Sport oder
  • einem allgemein anerkannten Zweck
dient.

Es handelt sich nicht um eine abschließende Aufzählung. Laut Gesetzgeber sollen so die für den Alltag erforderlichen Ausnahmen erfasst werden, um den sozialadäquaten Gebrauch von Messern nicht durch das Führungsverbot zu beeinträchtigen. Diese Formulierung ist dehnbar und wird wahrscheinlich zu gerichtlichen Streitigkeiten führen."

Es dürfte also auch weiterhin möglich sein, das Brotmesser und ein Messer zum Steakschneiden zur Grillfeier mitzunehmen – handelt es sich hierbei doch eher um eine Ausnahme. Laut Braunwarth spielt dabei auch eine Rolle, ob die Umstände stimmig sind: "Zum Beispiel Messerart, Tageszeit, Örtlichkeit und so weiter."