Vruchtig-verwirrende Verwandtschaftsverhältnisse

Lorenz Bockisch

Ist Zitrusfrucht gleich Zitrusfrucht? Die gesunden und saftigen Vitaminlieferanten gibt es in vielen Größen - von mandarinenklein bis pomelogroß -, Farben und Geschmacksrichtungen. Verwandt sind sie zwar alle und auch untereinander kreuzbar, aber die genauen Verhältnisse sind doch eher unübersichtlich. Hier eine kleine Zusammenstellung über "Oma" Pampelmuse, "Tante" Clementine, Tochter Orange und den Rest der Mischpoke.

Die ursprünglich von den südöstlichen Hängen des Himalaya stammenden Zitruspflanzen wurden schon vor über 4000 Jahren kultiviert und zuerst im Alten China gezielt gezüchtet. Und schon zu Zeiten Alexanders des Großen wurden die ersten Bäumchen im klimatisch dafür hervorragend geeigneten Mttelmeerraum gepflanzt.


Die heutzutage weltweit am häufigsten angebaute Zitrusfrucht ist die Orange. Diese ist allerdings nur eine Kreuzung aus Pampelmuse und Mandarine. Die erste dieser beiden Mütter kann auch als die "Großmutter" unter den Zitrusfrüchten bezeichnet werden: Aus ihr und der Orange wurde die Grapefruit gekreuzt, und aus der Grapefruit und der Pampelmuse wiederrum die meist riesige Pomelo.

Die andere Mutter der Orange, die Mandarine, wird mit Abstand am meisten in China angebaut. Sie wurde mit ihrer Tochter gekreuzt, wobei die Clementine entstand.

Eine dritte "ursprüngliche" Zitrussorte ist die Zitronatzitrone, die weniger wegen ihres Saftes angebaut wird, sondern ihrer an ätherischen Ölen reichen Schale wegen, aus der man Parfüme, Likör oder eben Zitronat herstellt. Aus ihr und der Bitterorange (wiederrum ein Hybrid aus Pampelmuse und Mandarine) schließlich wurde die uns bekannte gelbe Zitrone gekreuzt.

Alle Klarheiten beseitigt?