Vortrag am Dienstag: Fernando Bermumez saß 18 Jahre unschuldig im Gefängnis

Carolin Buchheim

Fernando Bermudez war 22, als er 1991 von einem New Yorker Gericht wegen Mordes verurteilt wurde. Doch Bermudez war unschuldig, seine Verurteilung beruhte auf fehlerhaften Beweisen und Fehlverhalten von Polizei und Staatsanwaltschaft. Nachdem sich ein Journalist, ein Anwalt und ehemalige Polizeibeamte für ihn eingesetzt hatten, kam der unschuldig Verurteilte frei - 18 Jahre nach dem Urteil. Am Dienstag hält Bermudez einen Vortrag an der Uni Freiburg: Getting Justice.



Im Rahmen der Vortragsreihe "Tacheles" des Lehrstuhl für Kriminologie und Wirtschaftsstrafrecht wird Fernando Bermudez von dem gegen ihn geführten Strafverfahren, der Beweislage und dem Bemühen der Strafverfolgungsbehörden sprechen, gerade ihn verurteilen zu lassen.


"Auch wird es darum gehen, wie Menschen in vergleichbaren Situationen zu mehr Gerechtigkeit verholfen werden kann", heißt es in der Ankündigung des Lehrstuhls. "Zudem berichtet Fernando Bermudez über seine Erfahrungen im Gefängnis mit dem Wissen, unschuldig inhaftiert zu sein, und die Besonderheiten seiner Rückkehr in die Gesellschaft."

In der Einladung zu dem Vortrag wird darauf hingewiesen, dass die Geschichte von Fernando Bermudez kein Einzelschicksal ist, und solche Fälle nicht ausschließlich in den USA vorkommen. "Trotz unterschiedlicher Verfahrensarten in Deutschland (inquisitorisches Verfahren) und in den USA (adversatorisches Verfahren) gibt es auch hier einseitige Ermittlungen durch Staatsanwaltschaft und Polizei, die zu fehlerhaften Verurteilungen führen", heißt es dort. "Um dem vorzubeugen, ist vor allem die Stärkung der Rechte des Beschuldigten und der Strafverteidigung bereits im Vorverfahren ein wichtiger Baustein, der geeignet ist, Gleichheit im Verfahren im Sinne des Fair-trial-Grundsatzes herzustellen."

Mehr dazu:

Was: Tacheles - Getting Justice - Fernando Bermudez
Wann: Dienstag, 30. April 2013, 20 Uhr
Wo: KG I, 1098
Eintritt: frei

[Bild: PR via Lehrstuhl Hefendehl]