Vor dem Gefängnis geflüchtet

Joachim Röderer

Seit gestern Nachmittag sucht die Polizei Francis O. Gegen den Mann besteht Haftbefehl. Ihm wird vorgeworfen, am 13. Juli einen 33-Jährigen niedergeschlagen zu haben. Das Opfer erwachte nicht mehr aus dem Koma und starb im Krankenhaus. Otieno gelang indes an der Einfahrtsschleuse zum Gefängnis die Flucht.

Der mutmaßliche Totschläger ist offenbar an der Einfahrtsschleuse zum Gefängnis den beiden Polizeibeamten aus deren zivilen Streifenwagen entkommen. Die Polizei hat heute entsprechende Informationen der Badischen Zeitung bestätigt. "Wie das passieren konnte, wird intern noch ermittelt", so Polizeisprecher Ulrich Brecht. Die Fahndung nach dem 34-Jährigen läuft, bislang noch ohne Erfolg.


Ihm wird vorgeworfen, dass er in der Nacht zum Sonntag, 13. Juli, vor der Discothek Hufeisen in Umkirch einen 33 Jahre alten Discobesucher niedergeschlagen haben soll. Das Opfer war bewusstlos und wurde in die Uniklinik eingeliefert. Der 33-Jährige erwachte nicht mehr aus dem Koma und ist am vergangenen Wochenende gestorben. Der Schläger und sein Opfer stammen beide aus Kenia, Francis O. ist deutscher Staatsbürger.

Am Dienstag wurde der Tatverdächtige festgenommen und am Mittwochnachmittag im Amtsgericht an der Wallstraße dem Haftrichter vorgeführt. Der Richter ordnete Untersuchungshaft bis zur Verhandlung an. Anschließend führten die Kripobeamten den Mann in Handschellen ab und setzten ihn in den Zivil-Streifenwagen. Dass ihm dort die Handschellen abgenommen wurden, sei nicht unüblich, sagt Polizeisprecher Brecht: "Das liegt immer im Ermessen der Beamten." Es gehe auch um die körperliche Unversehrtheit, etwa im Falle eines Unfalles des Polizeiautos.

Viele Fragen hinterlässt der Fall bei Rechtsanwalt Axel de Frenne, der die Frau des Opfers vertritt: "Ich kann nicht verstehen, wie so etwas passieren kann", sagt er. Er kritisiert auch, dass die ganzen Ermittlungen zuvor schon sehr nachlässig geführt worden seien.

Die Schlägerei sei bagatellisiert worden, meint der Anwalt. Schließlich habe der mutmaßliche Täter zuvor schon gegenüber verschiedenen Zeugen angedroht, dass er den 33-jährigen Landsmann umbringen wolle, berichtet de Frenne. Die Kripo will dies nicht kommentieren: "Zu Inhalten der Ermittlungen können wir nichts sagen", meint Polizeisprecher Brecht.

Der Gesuchte ist 34 Jahre alt, zirka 170 Zentimeter groß, hat eine athletische Figur und sehr kurzes beziehungsweise rasiertes Haar. Er spricht Deutsch mit Akzent, ebenso Englisch.

Sachdienliche Hinweise an die Kriminalpolizei Freiburg:
  • Telefon 0761.882 4884 oder das anonyme Telefon 0761.41262 oder jede andere Polizeidienststelle.