Von einem Extrem ins andere: Wie es ist, mit Borderline zu leben

Marlene Wilkes

Die 23-jähre Marjam aus Freiburg (Name geändert) hat die Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung. Impulsivität und Instabilität in zwischenmenschlichen Beziehungen, Gefühlen und Selbstbild prägen das Krankheitsbild der Studentin. Marjam erzählt vom Leben in Schwarz-Weiß:



Ich war neun Jahre alt, als ich das erste Mal Angst hatte, verrückt zu werden.

Zuhause hatten wir im ersten Stock ein Badezimmer, das hatte ein Fenster. Wenn es offen war und man sich an das marmorne Fensterbrett lehnte, konnte man von dort aus senkrecht hinunter bis auf den morastigen Erdboden sehen. Ich stand dort, kaum 152 Zentimeter groß, und empfand den überwältigenden Impuls, kopfüber hinunterzuspringen. Gleichzeitig fühlte ich eine wahnsinnige Angst, die Kontrolle über mich zu verlieren, denn mein Verstand rebellierte heftig gegen diesen beängstigend massiven und für mich nicht erklärbaren Drang. Von da an wusste ich, dass etwas nicht mit mir stimmte; dass da etwas Verrücktes und Unberechenbares in mir war, das mich mit Scham und Angst erfüllte. Ich musste es verbergen. Ich verstand es nicht. Es verschwand nicht wieder.


Heute weiß ich: Ich habe eine Borderline-Persönlichkeitsstörung.
Verrückt bin ich nicht.

Selbst meinen engen Freunden aus dem Studium habe ich lange nichts davon und von meiner Geschichte erzählt. Borderline ist leider etwas, das man besser nicht so laut sagt. Fast jeder kennt den Begriff, doch er schafft Berührungsängste. Viele sind von ihm verunsichert, kennen vor allem Vorurteile.

Nach wie vor finde ich es schwierig, diese Störung zu fassen, geschweige denn griffig zu definieren, was Borderline genau ausmacht. Es gibt neun Hauptsymptome, die die Emotional-instabile Persönlichkeitsstörung vom Borderline-Typus offiziell definieren, und wenn fünf davon bei einer Person über einen längeren Zeitraum auftreten, kann Borderline diagnostiziert werden. Dadurch fasst der Begriff ein enorm breites Spektrum an unterschiedlichen Menschen mit unterschiedlichen Baustellen. Ich kann nicht für andere sprechen, auch wenn ich einige Personen mit Borderline-Störung gut kenne. Wenn mich dennoch jemand fragte, würde ich vor allem drei Dinge nennen, mit denen wir beinahe alle zu kämpfen haben: Schwierigkeiten mit Beziehungen und Gefühlen, ein extrem negatives Selbstbild und vor allem eine sich immer wieder ins Untertägliche steigernde innere Anspannung. Sie zerreißt einen. Eine Menge von dem, was als „Borderline“ nach außen sichtbar wird, ist aus dem verzweifelten Versuch entstanden, mit dieser Spannung umzugehen. Sie zu überleben.

Ich habe zum Beispiel Probleme mit dem Essen, seit ich zwölf Jahr alt war. Damals fing ich an, mein Essen zu kontrollieren, weil ich mir einredete, ich würde auch alles andere unter Kontrolle bekommen, all das Chaos in mir und meinem Leben, wenn ich nur diese eine Sache hinkriegte. Dann wäre ich irgendwann nicht mehr so sehr „zu viel“, zu laut, zu emotional, zu empfindlich. Ich würde alles an und in mir in den engen Grenzen halten, die ich für meinen Körper bestimmte. Und vielleicht, ganz vielleicht, wäre ich dann irgendwann so, dass man mich mögen könnte. Es war ein sehr langsamer Prozess, aber ich war vollkommen abhängig von der Zahl auf der Waage, die immer niedriger wurde.

Es beruhigte mich, diesen kleinen Bereich zu kontrollieren, senkte die Anspannung kurzfristig. Natürlich geriet es, wie fast alles, das ich tue, außer Kontrolle. Anorexie, später auch mit bulimischen Attacken. Manchmal habe ich 60 Abführkapseln pro Tag auf fast leeren Magen geschluckt, um mich zu bestrafen, mir Schmerzen zuzufügen. Oder ich habe nur gegessen, um etwas erbrechen zu können und mich anschließend wieder zu spüren, ruhig zu werden. Erst kurz vor meinem Abitur, nach sechs Jahren, konnte ich akzeptieren, dass Essen und mein Körper ein Problem waren. Die Essstörung war der Grund, dann eine erste Therapie zu beginnen. Die Diagnose Borderline kam erst später, kurz vor meinem ersten Klinikaufenthalt.

Wenn massive Anspannung oder ein Gefühl von Angst zu groß werden, fühlt es sich für mich auch oft so an, als würde ich mich aus meinen Gliedern zurückziehen. Als wiche ich aus den Händen, den Füßen und schließlich dem ganzen Körper zurück, bis ich nur noch ein ganz kleines und starres, zweidimensionales Wesen bin, das sich irgendwo schräg hinter meinen Augen versteckt. Ein Käfer, der sich tot stellt. Es kann auch vorkommen, dass alles plötzlich wie unwirklich wird, ich nicht mehr weiß, wie ich heiße oder wo ich bin. Manchmal kann es so weit gehen, dass ich mich ganz ausknipse. Später merke ich dann nur, dass da eine Lücke in der Zeit ist; keine Vorstellung, was in ihr passiert ist, ein leeres Nichts zwischen vorher und später. Ärzte und Therapeuten nennen so etwas Dissoziation oder dissoziatives Erleben, ein Symptom, das bei Borderline vorkommen kann.

Dass ich diesen Mechanismus entwickelt habe, geht vermutlich auf die Zeit zurück, als ich vier oder fünf Jahre alt war. Damals erlebte ich eine oder mehrere sehr traumatische Erfahrung(en) durch einen Menschen, den ich ungemein liebte und der extrem wichtig für mich war. Das konnte ich als Kind nicht anders verarbeiten, als den Schmerz und den dazugehörigen Menschen völlig von mir abzuspalten, es 15 Jahre lang völlig aus meinem Gedächtnis zu löschen. Nach wie vor kämpfe ich sehr mit dem Geschehen damals und mit dem Dissoziieren. Es hat sich von dem ursprünglichen Auslöser verselbstständigt, wurde eine allgemeine Schutzstrategie.



Eine der größten Herausforderungen ist es, immer in Extremen zu leben: zu viel oder gar nichts, sich hassen oder überhaupt nicht spüren, von ganz unten nach ganz oben. Das passiert sehr schnell und aufgrund von ganz kleinen Auslösern. Weil oft so viele starke Gefühle gleichzeitig oder kurz nacheinander da sind, ist es schwer, das innere Chaos in seine Bestandteile aufzulösen und nicht völlig davon weggeschwemmt zu werden. Das ist nicht nur negativ, es ist auch eine große Ressource, eine so hohe Sensibilität zu besitzen, sich anrühren lassen zu können.

Ich komme mit Leuten unheimlich schnell sehr eng in Kontakt. Was in anderen vorgeht, ist für mich oft leichter und klarer spürbar, als das, was in mir selbst gerade vor sich geht. Inzwischen habe ich gelernt, damit umzugehen, doch lange Zeit konnte ich überhaupt keine Grenze ziehen zwischen meinen Gefühlen und Gedanken und denen des oder der Anderen. Ich fiel quasi in mein Gegenüber hinein, spürte nicht, wo ich aufhörte und wo der Andere anfing. Das kann wundervoll und bereichernd sein, aber auch sehr anstrengend und belastend.

Beziehungen sind sowieso ein Thema für sich. Wenn ich jemanden mag, habe ich die Tendenz, den Anderen mit mir zu überschütten, ihm wahnsinnig viel von mir zu zeigen und ihn häufig damit zu überfordern. Ein unglaublicher Hunger nach Nähe. Es war lange so, dass die Menschen um mich entweder alles von mir wussten, oder gar nichts. Damit fühle ich mich wahnsinnig unwohl, weil ich hinterher meist denke 'Oh Gott, was hast Du denn da schon wieder gelabert?!'.

Dann kommt die Angst. Diese enorme Panik, den Anderen abgestoßen zu haben, sodass er gehen wird. Mich allein lassen wird. Wie könnte er mich auch aushalten oder gar mögen, wo ich mich doch selbst immer wieder so abstoßend finde? Nicht selten ziehe ich mich dann, überwältigt von Scham und Selbsthass, selbst zurück, quasi präventiv, ehe ich tatsächlich verlassen werde. Damit bringe ich mich allerdings oft auch um eine mögliche alternative Erfahrung, dass das Gegenüber von sich aus nicht gehen würde.

Ich weiß das, ich verstehe es - das heißt aber noch nicht, dass ich meine Muster einfach so verändern kann. Das kostet viel Kraft und geht nur langsam voran. Doch ich arbeite daran und langsam lerne ich, mich besser zu spüren und mich so in einzelnen Situationen besser zu „dosieren“, sodass ich mich nicht im Nachhinein für alles hassen muss, das ich von mir gezeigt habe.

Ich habe noch immer kein klares Gefühl dafür, wer ich eigentlich bin. Eigentlich sollte ich eine Idee davon haben, eine Identität, ich bin fast 24. Doch für mich sind da nur viele kleine Splitter, die nicht zusammen passen, und je nach Situation bin ich so oder anders. Was ich wirklich gern mag oder gut kann, kann ich nur ganz schwer sagen. Ich zweifle meine eigenen Worte sofort an, traue meiner Wahrnehmung nicht. Ich fühle mich, wie eine Schauspielerin, die in jeder Lebenslage eine passende Rolle perfekt zu spielen weiß, immer in der Angst, dass jemand sie enttarnt und höhnisch lächelnd ruft: „Lügnerin, das bist Du doch gar nicht! Du tust doch nur so, als ob.“

Wenn man für sich selbst niemand ist, fühlt sich das an wie ein riesiges Loch. In den letzten Jahren habe oft mit sehr engen, gesunden Freunden darüber gesprochen. Sie haben natürlich auch alle ihr Rollen, doch sie spüren dieses Konstante, Existente, das jenseits aller Rollen sie selbst ausmacht. Wo diese Menschen auf dem Grunde ihrer selbst ankommen, spüre ich nur eine große Leere.

Mein Eindruck war immer, dass ich so, wie ich bin, irgendwie nicht passe; ganz viel tun muss, um einigermaßen akzeptabel zu sein. Ich kann nicht genau sagen, woher dieses Gefühl kam, doch es war da, so lange ich denken kann.

Ein alles überschattendes Gefühl, das falsch war, was immer mich ausmachte, was ich fühlte und dachte, was mir Angst macht oder mich aus der Fassung brachte. Wenn ich etwas davon aussprach, meinten meine Eltern oft zu mir, etwas an meiner Wahrnehmung wäre verkehrt. Ich würde Dinge überinterpretieren, sie mir nur einbilden und alles verdrehen, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Aus Sicht meiner Familie war ich zu sensibel, zu emotional, ich hatte schon immer sehr starke Gefühle. Das machte meiner Familie Angst, glaube ich. Sie waren das genaue Gegenteil: Bloß nicht laut lachen oder losheulen, alles musste im Rahmen bleiben. Aus diesem fiel ich in vielerlei Hinsicht, mein Wesen, meine Interessen, meine Freunde.

Als ich 15 war, habe ich auch begonnen, mich selbst zu verletzen. Mein Opa, den ich über alles geliebt habe, starb; damit war der wichtigste Mensch in meinem Leben auf einen Schlag verschwunden. Mein Großvater verstand es als Einziger in meiner Familie, mir zu zeigen, dass er mich ohne Bedingungen, ohne irgendetwas zu fordern, einfach so liebte. So, wie ich war. Mit ihm sind mir mein Halt in der Welt und mein Zuhause verloren gegangen. Und ich bin abgestürzt. Ich konnte gar nicht trauern, war nur völlig taub, wie unter Schock. Ich konnte das überhaupt nicht verarbeiten, habe nur gemerkt, dass da etwas Großes in mir kaputt gegangen war. Da habe ich angefangen, mich zu verbrennen, später auch zu schneiden oder den Kopf gegen die Wand zu schlagen. Dann konnte ich mich wieder ein wenig spüren.

Der körperliche Schmerz beruhigte mich. Die enorme Spannung in mir ließ dann ein wenig nach. Ich dachte, ich passe irgendwie nirgendwo mehr hin, und es interessiert eigentlich auch keinen, was aus mir wird. Ich wollte weg von allem. Die Selbstverletzungen genügten nicht. Also habe ich eine Klasse übersprungen und mich mit Arbeit betäubt. Es funktionierte. Ich habe nichts mehr gefühlt und hatte mich, oberflächlich gesehen, unter Kontrolle. Zwei neue Strategien, mit Belastung umzugehen, waren geboren.

In den nächsten Jahren ging es zunehmend bergab mit mir. Die Essstörung wurde immer schlimmer, ich war häufig sehr suizidal, verletzte mich, hatte häufig Angstattacken und kaum noch Impulskontrolle. Wenn ich eine Treppe hinunter ging, konnte ich nicht sagen, ob ich mich aus dem offenen Fenster schmeißen oder einfach daran vorbei gehen würde. Es wurde vollkommen beliebig, ich fühlte mich völlig unwirklich, wie unsichtbar. Mein unbändiger Hass auf mich wuchs, tilgte jedes Gefühl von Selbstwert, nahm mir allen Boden. Vollkommen allein.

Ein Schulpsychologe, der mich aus einem Förderprogramm kannte, bemerkte, wie verloren ich war. Er griff mir unter die Arme und ohne es zu wissen verhinderte er dabei, dass ich mir 2007 das Leben nahm. Er begleitete mich, mit unglaublich viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Einsatz, sodass ich mein Abitur überstand, sorgte dafür, dass ich danach in Therapie kam. Es folgten drei Jahre des Chaos, ich driftete immer weiter aus der Welt. Ein begonnenes, wiederholt unter- und dann abgebrochenes Medizinstudium, zwei ambulante Therapien, zwei Aufenthalte in psychosomatischen Kliniken, einer auf einer geschlossenen psychiatrischen Station, insgesamt beinahe ein Jahr in Institutionen, vernichtende Konflikte und vorübergehender Kontaktabbruch mit meiner Familie. Erst danach war mit dem Umzug nach Freiburg und dem Beginn eines neuen Studiums ein Neuanfang möglich.

Ich habe noch immer so viele Baustellen. Das ist echt schwierig, weil es typisch für diese Persönlichkeitsstörung ist, dass für jede belastende Situation eine ganze Reihe an Lösungsstrategien zur Verfügung steht. Sie haben mir geholfen, zu überleben, doch viele davon sind auf lange Sicht gesehen sehr destruktiv und kosten mich viel. Wenn ich nicht dissoziiere, gehe ich kotzen, wenn ich nicht kotzen gehe, dann bin ich voller Suizidgedanken oder verhalte mich hoch riskant, wenn nicht das, dann verletze ich mich, und wenn ich das nicht mache, dann bin ich depressiv oder habe Angstattacken. Die Strategien verändern sich, wie ein Chamäleon seine Farbe verändert. Setzen so automatisch ein, sind so gut gelernt. Es reicht deswegen nicht, die Symptome separat zu behandeln, auch wenn das wichtig ist. Sie sind viele Seiten einer Störung, die über die Symptome hinausgeht. Deswegen ist es auch so langwierig. Es gibt so viele Sachen, die mich irgendwie immer wieder von hinten einholen. Trotzdem lohnt sich die Arbeit. Es wird besser.

Auch wenn es nach wie vor in mir massiv rauf und runter geht, verläuft mein Leben allmählich positiver. Ich studiere, arbeite ehrenamtlich in einer Beratungsstelle, habe einen kleinen Nebenjob, wohne in einer WG, habe zwei kleine Kaninchen. Ich bekomme eine Menge hin. Und an vielen Stellen stolpere und stürze ich, nach wie vor und immer wieder. Ich habe eine wunderbare Therapeutin, die mir zur Seite steht, seit ich in Freiburg wohne. Der Arbeit mit ihr verdanke ich zu einem großen Teil, dass Schwieriges und Positives allmählich nebeneinander stehen können. Das Eine bringt das Andere nicht mehr sofort zum Verschwinden. Beides kann da sein.

Ich weiß, dass ich meinen Berufswunsch nur verwirklichen kann, wenn ich die Störung im Griff habe. Vielleicht sogar gesund werde. In den letzten Jahren war dieses Ziel für mich oft der Hauptgrund, immer wieder die Kraft aufzuwenden, Dinge zu verändern, an mir zu arbeiten. Manchmal war es der einzige Grund, manchmal nur ein Traum. Man verliert sich schnell und ergibt sich unversehens wieder den altbekannten Mustern. Ich merke das an Freunden, die auch eine Borderline-Störung, aber noch kein klares Ziel, keine Orientierung in all dem Chaos haben. Liebe Menschen, Träume und Ziele sind so wichtig, um durchzuhalten.

Selbsthilfe kann dabei als ein Baustein enorm viel bringen. Nur wenige Menschen können sich eine jahrelange therapeutische Begleitung leisten, wie sie der langwierige Prozess bei Borderline oft nötig macht. Doch daneben können wir einander in einer Selbsthilfegruppe auf einer Augenhöhe unterstützen, Erfahrungen und Hilfestellungen austauschen, verstehen und verstanden werden. Die oft hohe Kreativität und Sensibilität bieten wunderbare Voraussetzungen dafür, einander eine Hilfe zu sein.

Die Selbsthilfegruppe

Die Selbsthilfegruppe für Menschen mit der Diagnose Borderline-Persönlichkeitsstörung trifft sich regelmäßig zum gemeinsamen Austausch über die Erkrankung. Kontakt und Informationen über das Selbsthilfebüro Freiburg: 0761.21687 und selbsthilfe@kur.org. Bürozeiten: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 12:30 Uhr; Donnerstag auch 15 bis 18 Uhr.

Was ist Borderline-Syndrom?

„Das Gefühl, früh irgendwie anders zu sein und von der Umwelt nicht verstanden zu werden, kennen Viele“, sagt Alexandra Philipsen, Oberärztin der Borderline-Station der Psychiatrie der Universitätsklinik Freiburg (Bild rechts). Auch die hohe Sensibilität und Emotionalität, die Marjam beschreibt, sind typisch für die Persönlichkeitsstörung. „Gefühle, die man selbst wahrnimmt, werden von Anderen als falsch erklärt, was als invalidierendes Umfeld bezeichnet wird", erklärt Philipsen. "Das erschwert natürlich den Umgang mit Gefühlen, denn wenn diese nicht benennen kann, ist es schwierig mit ihnen umzugehen.“

Außerdem weiß man, dass 60 bis 70 Prozent der Borderliner sexuelle Übergriffe in der Kindheit erlebt haben. „Das ist eine massive Invalidierung und bedeutet, dass man jemandem vermittelt, dass etwas okay ist, was es aber natürlich nicht ist", sagt die Expertin. Selbsthilfegruppen bringen ihrer Meinung nach viel. „Man muss jedoch immer wissen, wie genau diese funktionieren. Ich denke, die gut funktionierenden haben ziemlich klare Regeln", sagt sie. Man müsse sich selbst beschützen, aber auch die Möglichkeit haben, Andere in schwierigen Zeiten zu unterstützen.

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