Von A wie Anwesenheitspflicht bis Z wie Zeitmanagement: Das Studi-ABC erklärt die Uni

Sophie Aschenbrenner & Laura Maria Drzymalla

Wie war das nochmal mit der Anwesenheitspflicht? Warum schaffe ich es einfach nicht, mit der Hausarbeit anzufangen? Wie geht das mit dem BaFöG? In diesen Tagen kommen die Studis aus den Ferien, gerade machen sich aber auch etliche Abiturienten Gedanken über ein Studium. Nicht nur Ihnen erklärt das Studi-ABC die Uni - und gibt nützliche Tipps:



A wie Anwesenheitspflicht

In den meisten Kursen herrscht Anwesenheitspflicht – check' am Anfang ab, wie dein Dozent oder deine Dozentin das kontrolliert. In Vorlesungen kannst du Freunde für dich unterschreiben lassen. Im Seminar fällt das leider schnell auf. Am besten, du hebst deine wenigen erlaubten Fehlzeiten für sonnige Tage auf.

B wie Bafög

Wenn deine Eltern dich finanziell nicht unterstützen können, hast du ein Anrecht auf bis zu 600 Euro im Monat. Die Hälfte musst du später zurückzahlen. Der Nachteil: Du musst dich durch Unmengen von Formularen wühlen. Fang lieber früh damit an – das Bafög-Amt ist nicht das Schnellste.

C wie Copy/Paste

Die Hausarbeit steht an und der Sommer vor der Tür – keine Lust, stundenlang kluge Sätze anderer umzuformulieren? Das Copy-Paste-Prinzip ist zwar verlockend, aber Dozierende sind klüger, als du denkst, und vielleicht hast du am Ende mehr Stress, als du durch eigene Arbeit je hättest haben können.

D wie Durchmachen

Abends noch  dreihundert Seiten Text vor dir und morgens ist die Prüfung? Die Deadline naht und die Hausarbeit ist erst „im Prinzip“ fertig? Auf dem WG-Balkon laufen Diskussion und Rotwein noch immer, als die Sonne aufgeht? Manchmal wird es sich lohnen, eine Nacht durchzumachen. Sei es für den Schein oder für die Erinnerungen.

E wie ECTS-Punkte

Diese vier Buchstaben werden dich ständig begleiten. Ein ECTS-Punkt bedeutet 25 bis 30 Arbeitsstunden. Im Idealfall erbringt man diese für einen Kurs – im Normalfall eher nicht. Kümmere dich nicht zu sehr um die Punkte, sondern um das, was dein Dozent oder deine Dozentin fordert. Das reicht.

F wie Fachwechsel

Wenn du merkst, dass dir Kunstgeschichte zu hipsteresk ist, oder du im juristischen Seminar der einzige bist, der barfuß in bunten, weiten Klamotten rumläuft, kannst du dein Fach immer noch wechseln. Aber Vorsicht: Das kann deinen Bafög-Anspruch  beeinflussen.

G wie GEZ

Sie heißt zwar inzwischen „Beitragsservice“, ist aber noch ganz die Alte: Sobald du dich als Einwohner anmeldest, wirst du  von der GEZ hören. Mittlerweile ist es fast unmöglich, nicht zu bezahlen – außer, du bekommst Bafög. Das kannst du der GEZ  mitteilen und du bist erst einmal befreit.

H wie Hausputz

Putzen ist öde, ja, aber erstens bist du jetzt erwachsen und zweitens gehört es dazu, sich einigermaßen um seinen Kram zu kümmern, wenn man mit anderen Leuten zusammenlebt. Also jammer nicht, sondern putz!

I  wie Internationales

Egal, ob du ein Jahr in Kanada leben oder Spanisch lernen willst – das geht nie mehr so leicht wie im Studium. Der Internationale Club organisiert unter anderem fremdsprachige Stammtische. Willst du im Ausland studieren, kann dir der Erasmus-Beauftragte deiner Fakultät helfen.

J wie Jobs (und Praktika)

Das lustige Studentenleben ist teuer und die meisten Studis jobben. Hiwis werden gut bezahlt und der Job macht sich super im Lebenslauf. Top ist auch die Jobbörse des Studierendenwerks: Hier findest du alles, vom Möbel-Tragen bis zum Kellnerjob.

K wie Klagen

Kann dein Prof eine schlechte Note nicht richtig begründen, kannst du eine Zweitprüfung fordern. Natürlich kannst du auch versuchen, eine bessere Note einzuklagen. Das gilt übrigens auch für den Traum-Studienplatz.

L wie Liebe

Nicht getraut, das süße Mädchen oder den heißen Typen in der UB anzusprechen? Mit der App von Spotted kannst Du ihn oder sie wiederfinden.

M wie Mensa

Die Freiburger Mensa ist um 12 Uhr mittags  wahrhaftig ein Ort der Begegnung. Eigentlich meiden sich  Juristen und Ethnologen verächtlich – hier reicht man sich zwischen veganem Linseneintopf und Schnitzel mit Pommes zwar nicht die Hand, aber immerhin vielleicht die Gabel.

N wie Nimmerland

Du willst dich noch mal unbeschwert fühlen wie ein Kind? Buch zuklappen und an die Dreisam radeln: Unter dem Mariensteg hängt hoffentlich auch diesen Sommer wieder jemand eine Schaukel auf.

O wie O’zapft is

Wenn du es nicht schon bei der Ersti-Kneipentour gemerkt hast: Studierende können nicht nur intellektuell über Sartre schwadronieren, sondern auch wild trinken. Und sagte Sartre nicht einst: Die Leber wächst wie der Geist mit ihren Aufgaben?  

P wie Prokrastination

Ein schönes Wort. Die Unfähigkeit, mit etwas anzufangen. Es bedeutet so viel wie deine Möbel zu verrücken und den Abwasch gerne zu machen. Es bedeutet, deine Stifte zu spitzen um sie dann nach Farbe zu sortieren. Eine Tasse Kaffee machen, aus dem Fenster sehen, E-Mails checken, Oma anrufen. Alles, nur nicht Hausarbeit schreiben oder Seminarvorbereitung. Damit ist die Prokrastination so etwas wie der natürliche Feind des Studierenden. Wie du sie überwinden kannst? Lerngruppen helfen, zusammen fällt das Anfangen leichter. Merke außerdem: Öffnest du Facebook, ist eine halbe Stunde verloren. Im Grunde gibt es gegen Prokrastination nur ein Gegengift: nahende Abgabetermine. Die wirken Wunder.

Q wie Quidditch

Wieder mal Putzdienst in der WG und keinen Elan zu fegen? Dann klemm dir den Besen zwischen die Beine und lass deinen inneren Harry Potter beim wöchentlichen Quidditchspielen auf der Dietenbachanlage raus. Brooms up –  und beim Schnatz fangen findest du bestimmt mehr Freunde als beim Küche putzen.

R wie Rückmeldefrist

Egal wie lange du studierst, du wirst den Moment jedes Semester wieder aufs neue panisch um 1 Uhr morgens schweißgebadet erleben! Rückmelden mit dem Semesterbeitrag, sonst unmittelbare Exmatrikulation. Aber keine Angst, auch die Uni ist bestechlich. Mit einer Verspätungsgebühr kannst du dich wieder in den Laden einkaufen.

S wie Stipendien

Wer ein Stipendium hat, kann mit Schampus jubilieren! Prokrastination und Alkoholkonsum werden finanziell gefördert – und das nebst studienbegleitendem Programm und großem Alumni-Netzwerk. Jeden Monat 400 Euro extra kriegst du zum Beispiel mit dem Deutschland-Stipendium – wenn du schlau genug bist.Wer sich noch nicht mit dem elitären Stipendiaten-Ruhm bekleckern kann: Traut euch! Ihr bekommt es leichter, als ihr denkt – versprochen.

T wie Tutor

Es gibt an der Uni Studierende höherer Semester, die sich neben Unistress auch noch die neuen Erstis antun und sie gluckenhaft unter die Fittiche nehmen! Kuschelt euch in diese mütterlichen Federn, Tutoren helfen euch bei allem! Beim Stundenplan, kollektiven Hausarbeitspanikattacken und bei Klausurenfragen!

U wie Uni-Sport

Du wirst ihn oft hören, diesen einen Satz: „Ich mach’ ja jetzt Pilates beim Unisport“. Höchstwahrscheinlich wirst auch du dich irgendwann anmelden. Bist du zu spät, landest du aber im Kurs um 6.30 Uhr. Unser Tipp: Geh’ stattdessen gleich zum „Massen-Zappeln“ – ja, auch die Jungs.  

V wie Verbindung

Sie werden dir früher oder später begegnen, an der Uni, in der Stadt oder auf einer Party. Mit Schärpe und Mütze, mächtigem Bundeswehr-Bizeps und gepflegtem Nationalbewusstsein: Die Klischees sind gängig, aber sie sind Klischees. Die Welt der Verbindungen, Korps und Landsmannschaften mag merkwürdig sein, sie ist aber auch vielfältig. Also, Scheuklappen runter und Bierglas hoch!

W wie Wohnen

Freiburg ist ein hartes Pflaster, was die Wohnungssuche betrifft. Findest du halt doch nicht die Altbau-Traum-WG in der Wiehre-Villa, nutzt dir bestimmt das tolle Programm „Wohnen für Hilfe“. So wohnst du zum Beispiel bei einer älteren Lady und bekommst fürs Helfen  ein schönes Zimmer. Und vielleicht auch Schwarzwälder Kirschtorten.

X  wie  X-Zess

Ob du die sekttrinkende Perlenohringmaus oder der halbnackte Goa-Tänzer bist, ob beim Fachschaftstanz oder beim Looping Louie: Nutze deine wertvolle Studentenzeit zum exzessiven Tanzen und Feiern! Die hast du nämlich erst wieder, wenn dein Eigenheim abgezahlt ist und die Kinder aus dem Haus sind. Und dann ist es zu spät.

Y wie Yoga am Mittag

„Tu was für dein Chi!“, sagt die Mama immer. Willst du alle negativen oder verkaterten Energien  loswerden, empfehlen wir Yoga, zum Beispiel auf der Sternwaldwiese. Einige Yogazentren bieten sogar Studi-Flatrates an. In diesem Sinne: Namasté!

Z wie Zeitmanagement

Das Verschieben auf den nächsten Tag wird dein bester Freund werden, die Abende im Club sind halt doch zu schön und die neue Staffel deiner Serie zu spannend Die spießige, aber effektive  Lösung: To-do-Listen und Zeitpläne. So ist Zeit fürs Lernen und Feiern.

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