Vollbracht! Erster Saisonsieg des USC Freiburg

Dirk Philippi

Die ersten acht Spiele gingen in die weiten Basketballhosen, das Punktokonto weinte traurige 0:16 und nicht wenige wähnten die Stunden in der 2. Bundesliga schon früh als gezählt. Gestern Abend dann ein erster Befreiungsschlag: Der USC Freiburg gewinnt sein erstes Saisonspiel!



92:82 leuchtete es am Ende von der Anzeigetafel in der Sepp-Glaser-Halle im Rieselfeld - für den USC Freiburg! Die Augen der USC-Korbjäger und rund 500 Zuschauer taten das Gleiche, sie leuchteten. Nach dem miserablen Saisonstart mussten die Jungs von Coach Petar Juric gestern unbedingt gewinnen, um nicht vollends den Anschluss an Platz acht und damit die Qualifikation für eine neue Zweitligasaison zu verlieren. Gegner war der Aufsteiger und Tabellenvorletzte vom ASC Theresianum Mainz und die Partie entwickelte sich von Beginn an und über die Dauer aller Viertel zu einem dramatischen Fight (29:25(!!!), 17:17, 19:19, 27:21).




Beim lautstark umjubelten Erfolg fielen vier Aspekte besonders auf:



1. Der USC hat einen Aufbauspieler!


Der erstmals eingesetzte französiche Neuzugang und Pointguard Tony Ramphort drehte von Beginn an auf wie ein Hamster im Rad. Schnell, quirlig und mit guter Defense vermochte der klein gewachsene Hoffnungsträger auch bei Schwächen im Wurf aber vor allem eines: Er löste Larry Johnson auf der Aufbauspieler-Position ab, so dass der US-Amerikaner seine Qualitäten als Flügelspieler in der Offensive endlich vollends entfalten konnte und es auf starke 21 Punkte und sechs Assists brachte.

2. Der USC hat einen Topscorer!


Der Kampf gegen die rote Laterne war zum wiederholten Male Showtime für Mister Sean Hampton! Sechsunddreißig Punkte erzielte der zweitbeste Scorer der 2. Bundesliga in Diensten des USC und ein ums andere Mal riss er mit seinen Aktionen die Zuschauer von den Sitzen. Sean Hampton, der vom Regionalligisten aus Konstanz nach Freiburg wechselte, macht Spaß und kann begeistern. Längst hat Hampton mit seiner Dynamik und seinem exzellenten Schuss den Beweis angetreten, dass er auch in Liga zwei bestehen kann - und mehr als das!

3. Dem USC fehlt mindestens ein (guter) Center!


Alle haben sich nach dessen Verletzungspause auf den Einsatz von Center "Baby Shaq" Gael Benzeval gefreut. Doch leider zu früh. Optisch erinnert der 22-jährige Franzose, der aus Mallorca zum USC stieß, zwar an sein Vorbild, sportlich allerdings ist er Lichtjahre von diesem entfernt. Gestern Abend reichte es jedenfalls nicht einmal, um in Liga zwei eine dominierende Rolle zu spielen - auch mit einem Post-Verletzungsbonus. Null Punkte und zwei Rebounds für den 2,06-Meter-Mann bei rund 18 Minuten Spielzeit sprechen eine zu deutliche Sprache.

4. Der USC kann Platz acht schaffen, muss aber umbauen


Von Saisonbeginn an hatte der USC Freiburg ein Überangebot an Flügelspielern und Schwächen auf der Center- und Aufbauposition. Daran hat sich zwar eher wenig geändert, allerdings bieten sich für Coach Petar Juric mit der Pflichtung von Tony Ramphort nun neue Optionen, die zumindest hoffen lassen. So dürften mit Aufbau Ramphort und den Flügeln Johnson und Hampton die ersten drei Positionen vergeben sein. Geht es also noch um die beiden Centerspieler. Von einer echten 5 ist immer noch nichts zu sehen, so dass hier wohl für die sportliche Leitung am dringensten Handlungsbedarf besteht, sollte Gael Benzeval nicht doch noch den allerdings unwahrscheinlichen Leistungssprung schaffen. Als Post stünden demnach Roquette, Menck und Bloch zur Verfügung, die - allesamt Flügel - diese Postion notfalls spielen könnten. Sechs Punkte auf Platz acht sind viel, aber mit einem guten Center nicht unmöglich.