Vogelsterben: Viele Tiere sind verhungert

Markus Hofmann

Heute Vormittag haben wir über das Vogelsterben in der Ortenau berichtet. Einige Proben verendeter Tiere - darunter Fischreiher, Wildgänse, Schwäne, Habichte und Bussarde - werden gegenwärtig im Freiburger Veterinäruntersuchungsamt analysiert. Wer in diesen Tagen die Nachrichten verfolgt, denkt da natürlich sofort an die Vogelgrippe. Ist das Virus nun auch im Ortenaukreis angekommen? Wir sind der Frage nachgegangen und haben am Nachmittag mit Klaus-Jürgen Danner telefoniert, dem Laborleiter Virologie des Veterinäruntersuchungsamts.

Analysergebnisse kann Danner an diesem Tag keine nennen, da es keinen Schnelltest für das Vogelgrippevirus gibt. Die Analyse sei außerordentlich kompliziert. Aus diesem Grund laufen die Untersuchungen zweistufig ab. Das Amt in Freiburg untersucht, ob ein verendeter Vogel mit dem Influenza-A-Virus infiziert ist. Wäre eine Probe positiv, so würde sie unverzüglich an das Friedrich-Loeffler-Institut auf die Ostsee-Insel Riems weiter geleitet werden. Nur dort könne verifiziert werden, ob die Vogelgrippe die Ursache für den Tod eines Vogels gewesen sei.


Naturgemäß haben sich in den vergangenen Tagen die Hinweise auf tote Vögel gehäuft. Aus eigener Erfahrung weiß Danner, dass sich diese Hinweise häufen, wenn solche Themen durch die Medien wandern und die Bevölkerung sensibilisiert ist. Ohne das Ergebnis seiner Untersuchungen vorwegnehmen zu wollen, sagt Danner: "Wir hatten in den vergangenen Wochen einen sehr kalten Winter. Überwiegend sind die Tiere verhungert - alle hatten leere Mägen und waren von Erschöpfungszuständen gezeichnet."