Getötete Joggerin in Endingen

Vier Wochen nach Auffinden der Leiche von Carolin G.: Polizei geht 1100 Hinweisen nach

BZ-Redaktion & Gina Kutkat

Vier Wochen nach dem Auffinden der Leiche der 27-jährigen Frau aus Endingen fehlt der 40-köpfigen Sonderkommission "Erle" noch immer eine heiße Spur. Die Ermittler bitten weiterhin Menschen, die etwas beobachtet haben, sich zu melden.

Am Donnerstag vor vier Wochen, dem 10. November, wurde die Leiche der vermissten Carolin G. aus Endingen in der Nähe eines Bestattungswaldes zwischen Endingen und Bahlingen gefunden. Fünf Tage lang hatte ein Großaufgebot an Polizisten nach der jungen Frau gesucht, die am Sonntag, 6. November, von einer Laufrunde nicht zurückkam. Ein Leichenspürhund fand die Leiche der jungen Frau.


Einen Tag später bestätigte die Polizei, dass die 27-Jährige Opfer einer Sexualstraftat geworden war. Aus ermittlungstaktischen Gründen gibt die Polizei weiterhin weder Auskunft darüber, wie die 27-jährige Endingerin getötet wurde noch, zu welchem Zeitpunkt die junge Frau starb.

Die Beamten der Soko "Erle" arbeiten weiter mit unvermindertem Nachdruck an der Aufklärung des Gewaltverbrechens. Inzwischen gehen die Ermittler etwa 1100 Hinweisen und Spuren nach, das teilen Staatsanwaltschaft Freiburg und das Polizeipräsidium Freiburg nun in einer gemeinsamen Erklärung mit.

Auch "unverdächtige" Beobachtungen melden

Bei der Soko "Erle" gingen demnach auch Hinweise auf Personen ein, die sich am Tattag auf dem Verbindungsweg zwischen Endingen und Bahlingen und im Bereich des Parkplatzes des Bestattungswaldes aufhielten. Sofern sich diese Personen bisher noch nicht gemeldet haben, werden sie gebeten, sich als Zeugen mit der Soko in Verbindung zu setzen. Die Polizei bitte alle Menschen, die an dem Tag in der Nähe der Joggingstrecke etwas beobachtet haben, sich zu melden.Unabhängig von der eigenen Einschätzung, ob etwas Verdächtiges dabei war.

Zusammenhang zum Fall Maria L.?

Geprüft wird von den Ermittlern auch, ob ein Tatzusammenhang mit dem Tötungsdelikt der 19-jährigen Studentin Maria L. in Freiburg bestehen könnte, bei dem am vergangenen Wochenende Haftbefehl gegen einen dringend Tatverdächtigen erlassen wurde. Einen solchen Zusammenhang schließen die Ermittler nach momentanem Ermittlungsstand weder aus, noch bestätigen sie ihn.

Nach wie vor dauern die Sichtung und die Auswertungen des umfangreichen Spurenmaterials, das an der Fundstelle des Opfers und im weiteren Bereich zwischen Endingen und Bahlingen gesichert wurde, an. Wie die Polizei hinzufügt, können die Untersuchungen auch noch andauern. Die Spurenlage sei "sehr komplex". Ein Turnschuh, der einige Zeit vermisst wurde,wurde mittlerweile von einem Spaziergänger gefunden. Er lag laut Auskunft der Polizei in einem dichten Gestrüpp im weiteren Umfeld der Stelle, wo die Leiche der jungen Frau am 10. November gefunden worden war.

Keine Festnahmen, keinen Tatverdacht

Die Polizei betont weiter, dass es im Rahmen einer Soko-Arbeit gelegentlich zu Überprüfungen von Personen komme. In diesem Zusammenhang weist sie "ausdrücklich darauf hin, dass es im Falle der getöteten Joggerin in Endingen aktuell keine Festnahme und keinen dringenden Tatverdacht gibt" (Die BZ berichtete).

Die Staatsanwaltschaft und die Polizei empfehlen, sich nicht aufgrund von öffentlichen Spekulationen, beispielsweise in sozialen Netzwerken, zu informieren, sondern sich ausschließlich auf seriöse Quellen zu verlassen.

Von privater Seite wurden durch mehrere Personen mittlerweile weitere bis zu 3000 Euro als Belohnung ausgesetzt für Hinweise, die zur Identifizierung und Ergreifung des Täters führen. Insgesamt sind damit derzeit bis zu 28.000 Euro - davon 22.000 Euro von privater Seite - ausgelobt.
Die Soko "Erle" ist unter der Telefonnummer 07641/582-114 erreichbar.

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