Vier Annäherungen an einen Abend mit The Robocop Kraus

Alexander Ochs, Carolin Buchheim, Gina Kutkat & Max Orlich

Sind The Robocop Kraus etwa die offizielle Lieblingsband der fudder-Autorenschar, oder warum trafen gestern Abend gleich vier unserer Musik-Autoren unabgesprochen vor der Bühne des Café Atlantik aufeinander? Gute Frage! Als Beantwortungsversuch gibt's vier kurze Betrachtungen des gestrigen Gigs der Herren aus Hersbruck.



1.

Erste Band, erstes Mal: Schwaben nicht nur in Brüssel sondern auch in Baden. Die Serpentines eröffnen den flotten Dreier, doch so richtig bekommen sie die Kurve nicht. Musikalisch nahe an den Robocops, plus ein wenig frühe U2, doch so so modern klingt das nicht.

Zweite Band, x-tes Mal:Von den Seducers lässt sich das träge Publikum zumindest zum Mitwippen bewegen. Die drei unverdächtigen jungen Männer werfen anfangs mit neuen Songs um sich und begeistern mit präzisem Satzgesang, tightem Rhythmus und einer prächtigen Rock’n’Roll-Gitarre.

Dritte Band, drittes Mal: Robocop Kraus starten etwas träge und wie aus dem Quellekatalog gefallen in den Abend. You don’t have to shout – aber ein bisschen mehr kann man schon auf'n Putz hauen. Das merken sie in der zweiten Hälfte des Sets dann selbst und zeigen, dass sie am überzeugendsten sind, wenn sie ihre Sängerfixierung hinter sich lassen und irgendwo zwischen hymnisch und straight nach vorne rocken. [Max]


2.


Schon nach den ersten paar Takten Musik ist klar: Ich werde dieses (mein erstes) Robos-Konzert lieben.

Und tatsächlich: Die Melodien, die Tanzbarkeit, die nerdig-tollen Bewegungen von Sänger Thomas, „You don’t have to shout“, Ooh Oohs, Kuhglocken und zwischendurch Tangorhythmen – sind schwindelerregend und lassen einen für 60 Minuten alles vergessen.

Diese Musik bringt jeden zum Tanzen
: Jungs, Mädels, Tänzer und Nicht-Tänzer. Und was gibt es Schöneres als nachts um halb zwei vom Robos-Rhythmus nach Hause getragen zu werden? Wenn Konzerte Leben retten könnten... [Gina]





3.


Wer bockt? Was blockt? „In Fact You’re Just Fiction!“ skandiert Sänger Thomas Lang im Bad-Taste-Outfit gewohnt druckvoll. Da ist das Konzert schon eine halbe Stunde alt und ist bis zu diesem Zeitpunkt eher routiniert über die Rampe gerumpelt.

Doch da platzt der Knoten, Langs zuckender Körper und der satte Bass des Neuzugangs Robin van Velzen jagen pulsierende Energie in die Menge und die Robos fluten das gut gefüllte, aber nicht brechend volle Atlantik mit tanzbarem Post-Punk, Indie-Euphorie, mit Claps, Cowbells und viel Pop. Fünf fränkische Freaks bitten zum ausgelassenen Indie-Tanztee nach Mitternacht. Das rockt! [Alex]

4.

Thomas Lang lächelt so beseelt, als wäre er von Beruf Prediger in einer Auferstehungskirche, wie er singend einige kurze Momente nur am Bühnenrand des Atlantik hockt. Dabei ist er immer noch Sänger der Robocop Kraus. Es gibt Konzerte, bei denen zelebrieren Lang & Kollegen gerne mal die distanzierte Kühle. Diesmal nicht.

Zur Best Of-Setlist mit wirklich jedem lieb gewonnenen Knaller zwischen „Poor soul relax“, „Gestures of Sleight Grandeur“ und „Gibraltar“, sind Hüften und Füße nicht still zu halten, und die geballte Faust zieht es begeistert zur exakten Trommel und der dudeligen Melodie der Orgel in die Luft. Und beim skandierten Band-Chorus brüllt man mit, logisch. WE HAVE TO GET USED TO IT, IT IS FASHION!

Sehnsucht, Dringlichkeit, Intelligenz, Anspruch, Schweiß und schlimm-schöne Shirts: alles drin, in diesem Konzert, in dieser Band. Toll! Nicht nur grundsätzlich, sondern heute ganz besonders. [Caro]

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